Wann wird’s mal wieder richtig… Aufschwung?

Rezession, Streiks, düstere Zukunftsaussichten: Von besinnlicher Weihnachtsstimmung ist heuer in der Wirtschaft wenig zu spüren.

Alarmierende Wirtschaftsindikatoren in Kärnten

Alle im Zuge des Konjunkturbarometers im November bei Kärntner Unternehmen abgefragten Indikatoren sind tief im roten Bereich, der Saldo der Erwartungen für das Wirtschaftsklima im kommenden Jahr erreicht ein Allzeittief und liegt mit einem Wert von -78 noch deutlich unter jenen zu Beginn der regelmäßigen Erhebung im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 oder während der Corona-Pandemie 2021. Dass das Land Kärnten für die nächsten beiden Jahre ein Budget mit einer Rekordneuverschuldung von 773 Millionen Euro beschlossen und die Landeshauptstadt Klagenfurt gleich gar kein ordentliches Budget für das 2024 zustande gebracht hat, hellt die Laune der Unternehmerinnen und Unternehmer im Land auch nicht auf.

Positive Maßnahmen trotzen wirtschaftlichen Herausforderungen

Aber Trübsal blasen hat wirtschaftlich – und persönlich – noch selten jemand vom Fleck gebracht. Viel eher als das mantraartige Wiederholen der trüben Eckdaten hilft es, sich auf jene Fortschritte zu fokussieren, die den schlechten Rahmenbedingungen zum Trotz dennoch gelungen sind. So hat der Nationalrat kürzlich die Verlängerung der reduzierten Erdgasabgabe und Elektrizitätsabgabe sowie der Teuerungsprämie beschlossen um ein Jahr – ein positives Signal an unsere Betriebe, das wir unbefristet verlängern wollen. Das wäre angesichts der mittlerweile in Österreich eingeführten CO2-Bepreisung samt laufenden Verschärfungen nicht nur dringend nötig, sondern auch fair für die Wirtschaft.

Steuerliche Anreize und Entlastungen zur Unterstützung der Unternehmen

Mit der Mitarbeiterprämie haben Unternehmen im Rahmen kollektivvertraglicher Regelungen weiterhin die Möglichkeit, den Mitarbeitenden Entgeltteile bis zu 3000 Euro steuer- und abgabenfrei auszuzahlen. Und die – weitgehende – Abschaffung der kalten Progression sorgt dafür, dass Bürgerinnen und Bürgern, aber auch einkommensteuerpflichtigen UnternehmerInnen mehr netto in der Tasche bleibt.

Proaktive Maßnahmen für eine bessere Zukunft

Und auch im kommenden Jahr 2024 werden wir weiter für bessere Standortbedingungen kämpfen: Unsere Betriebe brauchen dazu einen Mix aus Maßnahmen, die unmittelbar und nachhaltig wirken, die Konjunktur stützen und in weiterer Folge strukturelle Verbesserungen ermöglichen. Dazu gehören neben der steuerlichen und bürokratischen Entlastung vor allem jene des Faktors Arbeit. Auch in der konjunkturell schwierigen Situation müssen Unternehmen leichter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufnehmen bzw. halten können. Dazu ist die Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags um 0,1% ein erstes Signal gewesen, eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten muss dringend folgen. Dazu kommen effektive Wachstumsimpulse durch praxisgerechte Investitionsförderungen sowie ein Maßnahmenbündel, damit die Unternehmen die digitale und ökologische Transformation meistern und die damit verbundenen Chancen nutzen können.

Exportmöglichkeiten als Lichtblick in schwierigen Zeiten

Das gilt besonders für den Export, der wegen der hohen Inflation, Energiepreise und Löhne unter Preisdruck geraten könnte: Viel Potenzial sehen die ExpertInnen des Wirtschaftsbundes beispielsweise in Indien – nicht ganz zufällig das Ziel der jüngsten Wirtschaftsmission der WK Kärnten vor wenigen Tagen.

Mein Landsmann Karl Valentin hat über Weihnachten einmal gesagt: „Und wenn die stille Zeit vorüber ist, dann wird’s auch wieder ruhiger.“ Ich füge hinzu: und auch wirtschaftlich wieder wärmer. Denn der Aufschwung kommt bestimmt.

Schöne Feiertage, einen guten Rutsch und viel geschäftlichen wie privaten Erfolg im Superwahljahr 2024!

M.U.T.iger

Österreich ist mit Begeisterung der Musterschüler der EU: Bei uns ist sogar die Inflation doppelt so hoch wie im Rest Europas.

M.U.T.letter

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