Kärnten im Jahr 2030: Traumland oder Platz für Träumer?

„Wer Visionen hat, braucht einen Arzt“. Um die Urheberschaft dieses Sagers streiten sich Historiker. Fakt ist, dass es mehrere Staatsregenten gab, die sich dieser Aussage bedienten. Doch ist es so falsch, visionär zu denken? Wenn wir in die Glaskugel des Landes Kärnten blicken, so wurde zumindest schon mal für die nächsten Jahre darüber nachgedacht, wie ein Kärnten im Jahr 2030 aussehen sollte.

Zusammengefasst ist dieser „visionäre Gedanke“ in einem Manifest, dass die Marke Kärnten definiert bzw. deren Werte herausschälen sollte. In der Langversion finden wir, gekonnt in wohlklingenden Formulierungen verpackt, eine Vielzahl an brauchbaren Ansätzen. Aber der Reihe nach…

Warum braucht es überhaupt eine Standort-Marke?

Die Betonung in der Frage sollte zweifelsohne auf dem Wort „eine“ liegen. Denn es ist illusorisch daran zu denken, dass wir in einer zersplitteten und kleinstrukturieren Außendarstellung auch nur den Ansatz von Wahrnehmung erwarten könnten. Daher liegt ein wesentlicher Sinn in EINER Marke, die Wirksamkeit aller Maßnahmen entsprechend zu steigern.

Wenn wir obendrein noch über eine verminderte strukturelle Stärke verfügen, macht es noch mehr Sinn, sich mit des „Pudels Kern“ noch genauer auseinander zu setzen: Denn die wesentliche strategische Frage lautet nicht, was Kärnten alles zu bieten hat, sondern vielmehr warum sich jemand überhaupt mit unserem schönen Bundesland im Süden Österreichs beschäftigen sollte. Denn in diesem warum steckt die Antwort, mit welchen spannenden Angeboten Kärnten aufwarten kann.

Haltung und Werte prägen den Charakter der Marke!

Historisch geprägt durch Opferhaltung, Nachzüglerdasein und Selbstüberschätzung konnte sich das Land in der Vergangenheit wenig glaubwürdig in die Vorbildrolle drängen. Umso mehr freut man sich über den Anspruch, diesen miefigen Mantel der Vergangenheit abzulegen, um den Kärntnerinnen und Kärntnern Motivation zu geben, die „Zukunft aktiv in die Hand zu nehmen und selbstwirksam den mutigen, fokussierten Weg eines Zukunftsgestalters einzuschlagen“ (O-Zitat Markenleitbild).

Gestaltungslust und Zukunftsoptimismus als Triebfedern!

Angetrieben von dem Vorsatz, Kärnten zu einem florierenden Wirtschaftsstandort zu machen, liest man weiters, dass im sekundären und tertiären Bildungssektor durch Schwerpunktsetzung das unternehmerische Denken gefördert wird. Somit steht ein aktiveres Entrepreneurship-Management im Zentrum des Handelns.

Mit einer Verbesserung der Lebensprozesse im Land soll auch den Menschen schneller klar werden, dass neues Wachstumsdenken Zukunftsoptimismus verbreiten wird. Dazu ist aber auch eine weit niederschwelligere Vermittlung von Wissensangeboten notwendig, die speziell die Digitalisierung zu einem Chancenfeld upgradet. Die Wertigkeit der gesamten Marke Kärnten soll aber auch durch eine gelebte Offenheit, sowie das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit unterstrichen werden.

Kärnten. Das Bild 2030:

Aufgebaut auf weit mehr, als der vorherig genannten, Bausteinen entsteht so ein stimmiges Gesamtbild, das sich in komprimierter Form so darstellt (ein Auszug):

„Kärnten präsentiert sich der Welt selbstbewusst und im Vollbesitz seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Kräfte – zugleich ausgestattet mit ausreichend Realitätssinn, um Herausforderungen zu identifizieren und anzugehen….

… „Smarte Spezialisierung“ lautet die Lösung: Electronic Based Systems (EBS), Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), nachhaltiger Qualitätstourismus und Bioökonomie sind in einem ebenso lebendigen wie befruchtenden Wertschöpfungsnetzwerk vereint…

… Die ländlichen Regionen hinken dieser Entwicklung nicht nach, sondern stehen dank Vernetzung und Kooperation mit dem ebenfalls gestärkten Zentralraum in einem konstruktiven und kreativen Austausch.

… Kärnten ist ein Land, in dem Innovation immer auch Bildungs- und Nachhaltigkeitskompetenz meint. Ein Land, in dem Digitalisierung „verstanden“ und die nächsten Phasen der digitalen Revolution als Chance willkommen geheißen werden. …

Abschließend: Die Welt ist in Kärnten zuhause – Und Kärnten in der Welt.

Sehr attraktiv und übersichtlich wurde das auch in Broschüren und Imagefilmen des Standortmarketing Kärnten zusammengefasst. Einen guten Überblick dazu gibt es hier.

 

M.U.T.iger

Österreich ist mit Begeisterung der Musterschüler der EU: Bei uns ist sogar die Inflation doppelt so hoch wie im Rest Europas.

M.U.T.letter

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