Homeoffice-Falle: Schluss mit Lebensmittelentsorgung im Restmüll

Viele sehen es, viele tun es – Sie auch? So heißt es auf neuen Plakaten in ganz Kärnten. Die Rede ist von vermeidbarer Lebensmittelentsorgung im Restmüll. Die Abfallwirtschaftsverbände Kärnten reagieren darauf mit einer „tatverdächtigen“ Kampagne. Denn mal Hand aufs Herz: Trennen Sie im Büroalltag Ihren Müll?

Zwischen Büroalltag und Familienleben fehlt oft die Zeit zum Kochen, Einkäufe werden spontan getätigt und wertvolle Lebensmittel im Kühlschrank vergessen. So einfach wird die Tonne auch im Büro zum Tatort: 25 Kilogramm vermeidbare Lebensmittel werden pro Person in Kärnten jedes Jahr entsorgt – die Täter/innen sind also unter uns, das Verbrechen geschieht nicht nur zu Hause, sondern auch am Arbeitsplatz. Das schadet nicht nur Klima und Umwelt, sondern auch der eigenen Brieftasche enorm. Und genau damit wollen die Abfallwirtschaftsverbände Kärnten jetzt Schluss machen – und zwar mit „grübeln statt kübeln“. 

Die Vormittagsjause ist schnell gekauft, aber über die Verpackung macht sich kaum jemand Gedanken. Mülltrennen am Arbeitsplatz wird nach wie vor stiefmütterlich behandelt. In vielen Büros stehen meist nur Papiermüllkübel unter den Schreibtischen, die schlussendlich zu allesfressenden Restmüllbehältern mutieren. Dabei stehen in vielen Büros Dosen, Plastikgebinde mit Essensresten und andere halbvolle Einwegverpackungen auf den Arbeitsflächen oder Besprechungstischen. Den Weg hinaus finden all jene Reste schnell im selben Kübel. Und dieses Verhalten herrscht allzu oft auch im Homeoffice.

Verschwendung von Ressourcen

In einem Großteil der Kärntner Restmülltonnen landen noch genießbare oder nicht vollständig verarbeitete Lebensmittel. Eine Vergeudung, der sich viele gar nicht bewusst sind. Eine Vergeudung wertvoller Ressourcen und hunderter Euro. Jedes Kilogramm bedeutet nämlich eine enorme ökonomische und ökologische Belastung, bei der keine Unschuldsvermutung gilt: Als Initiative der Abfallwirtschaftsverbände Kärnten soll deshalb mit Plakaten, Radio- und TV-Spots ein neues Bewusstsein bei der Kärntner Bevölkerung geschaffen werden. Ziel der Kampagne ist es, zum Umdenken und Handeln anzuregen und so diesen Mengen an Lebensmittelverschwendung zukünftig entgegenzuwirken. Das Thema geht weit über die abfallwirtschaftliche Thematik hinaus. Lebensmittel sind kostbar und daher hat es auch eine wesentliche ethische Komponente. Lebensmittel sind für den Verzehr und nicht für den Abfall bestimmt.“, sagt der Villacher Bürgermeister und Geschäftsführer der Kärntner Abfallwirtschaftsverbände Günther Albel. 

Geld in der Restmülltonne

Mit wertvollen Tipps der Expertinnen von den Abfallwirtschaftsverbänden soll man gemäß dem Motto „Grübeln statt kübeln“ nicht nur Müll, sondern auch Geld sparen. Darunter sind zum Beispiel Ratschläge zur richtigen Lagerung, zum Einfrieren, zur Verarbeitung oder zum Einkaufen, die einen großen Teil der unnötigen Entsorgung von Lebensmitteln im Restmüll vermeiden würden. Denn in den meisten Büros gibt es Kühlschränke mit kleinen Gefrierladen. Warum also nicht sorgsamer mit den Lebensmitteln umgehen? Gerade Brot, Obst, Gemüse und Milchprodukte landen oft viel zu schnell beim täglichen Mist – und somit auch das eigene Geld. Wenn man beispielsweise schon beim Einkauf darauf achtet, nur so viel zu kaufen, wie man auch verwenden kann, spart man hier schon gutes Geld. 

Weitere Infos zu der Kampagne und Tipps zur Müllvermeidung gibt es unter: www.gruebeln-statt-kuebeln.at 


Fotos: Privat/KK

M.U.T.iger

Österreich ist mit Begeisterung der Musterschüler der EU: Bei uns ist sogar die Inflation doppelt so hoch wie im Rest Europas.

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