Hopfen und Herzblut: Wie das Bierhotel Loncium Hotellerie neu denkt

Was im Gailtal aus „Jux und Tollerei“ begann, entwickelte sich zu einem Familienbetrieb mit wirtschaftlicher Bedeutung für die Region. Wie gelang der Sprung vom Traditions-Gasthof zur Craft-Beer-Destination mit Hotelcharme?

„Mit viel Mut, Ideenreichtum, Enthusiasmus und Freude am Tun kamen wir Stück für Stück dort hin, wo wir heute sind“, erzählen uns Barbara Holzapfel und Alois Planner vom Bierhotel Loncium in Kötschach-Mauthen. Einst als „Gasthof Edelweiss“ in Familienhand geführt, ist das Haus heute ein lebendiger Ort, an dem sich handwerkliche Braukunst, gelebter Genuss und Kärntner Gastfreundschaft auf besondere Weise verbinden. „Es war ein Prozess.“ Kein in Stein gemeißelter Plan, sondern eine Entwicklung mit Herzblut. Anfang der 2000er begannen Alois Planner und ein guter Freund, zum Spaß Bier zu brauen. Was als Hobby begann, wurde zur mehrfach prämierten Craft Beer Brauerei – und der alte Gasthof entwickelte sich mit.

Hopfen und Herzblut
Alois Planner ist nicht nur Gründer der Biermanufaktur Loncium, sondern auch ein Mann mit einer großen Liebe zum Bier. Foto: Anna Gastinger
Hopfen und Herzblut
Barbara Holzapfel ist nicht nur die Powerfrau hinter Loncium, sondern auch eine echte Macherin mit einer Leidenschaft für Sport, Natur und Beauty. Foto: Anna Gastinger

Loncium, ein Lifestyle

„Bierhotel“ klingt nach einem Ort für Genießer – und genau das soll es auch sein. Wer im Loncium eincheckt, taucht nicht nur in alpine Erholung ein, sondern in eine Welt, in der Bier mehr ist als ein Getränk: Es wird inszeniert, erlebbar gemacht, zelebriert. „Ein Kleinod für Genuss und Erholung gepaart mit netten, freundlichen Menschen, die ihren Job als Berufung sehen, das ganze an einem von Gott geküssten Platz“, so die Gastgeberfamilie. Gäste begegnen dem Gabelstapler mit Fässern am Parkplatz, hören das Klimpern der Abfüllanlage, blicken beim Spaziergang in die Lagerhalle – um dann im Biergarten das Ergebnis dieses handwerklichen Schaffens zu kosten.

 

Und wer checkt hier ein? „Schwer zu sagen – BierliebhaberInnen gibt es überall“, schmunzelt man im Gailtal. Doch eines eint das Publikum: Offenheit, Interesse, Genussfreude. Viele sind sportlich unterwegs – mit Bike, Motorrad oder Wanderschuhen – andere suchen Ruhe, gutes Essen und die ehrliche Begegnung. Die Lage im Herzen der Karnischen Alpen, direkt an der italienischen Grenze, macht den Ort zudem zu einem echten Geheimtipp für internationale Gäste.

Hopfen und Herzblut
Handarbeit im Glas: Hier genießt man Braukunst im Urlaub. Foto: Anna Gastinger

Ein Hotspot jenseits des Massentourismus

Das Gailtal hat sich in den letzten Jahren als Outdoor-Paradies positioniert – ohne dabei in die Falle des Overtourism zu geraten. „Wir sind Teil der ersten Slow Food Travel Region – das ist für viele Gäste ein echtes Argument“, erklärt man im Hotel. Der bewusste Genuss, die Nähe zum Produkt, das Erleben von Herkunft und Herstellung – all das spielt auch in der Brauerei eine zentrale Rolle. „Es gibt nicht viele Orte, die sich mit einer eigenen Brauerei schmücken können“, heißt es stolz – und mit einem Schuss Demut. Denn so sehr man im Hause Loncium für das Produkt brennt, so sehr sieht sich die Familie auch als Teil eines größeren Ganzen: Einer Region, die mit Qualität statt Quantität punktet.

Hopfen und Herzblut
Hochwertige Ausstattung und liebevolle Details sorgen für entspannte Nächte. Foto: Anna Gastinger

Bed’n’Beer

Wenn das Bierhotel ein Bier wäre? „Dann wäre es unser Carinthipa“, kommt die Antwort wie aus der Kanone geschossen. Ein mehrfach ausgezeichnetes India Pale Ale mit alpinem Ursprung, internationalem Charakter und fruchtig-hopfiger Note. „Kein schnelles Bier – sondern gelebter Genuss mit Tiefe.“ Treffender lässt sich auch das Hotel nicht beschreiben: Kraftvoll und selbstbewusst, mit dem Blick für das Wesentliche. „Mit seiner fruchtigen-hopfigen Aromatik, angenehmen Bittere und goldgelber Farbe bringt es genau den Charme und die Vielfältigkeit unseres Tuns ins Glas“, so Barbara Holzapfel. Und diesen Grundsätzen will man auch in Zukunft treu bleiben: Weitermachen wie bisher will man im Bierhotel Loncium. „Wir haben noch viele Ideen im Kopf, werden sicherlich noch das ein oder andere umsetzen – und würden uns freuen, wenn unsere Kinder diesen Loncium-Funken ebenfalls so inhalieren und leben werden, wie wir es tun.“


Bierhotel Loncium

Mauthen 60, 9640 Kötschach-Mauthen

www.bierhotel-loncium.at 

Manuela Mark
Manuela Mark
Autorin | Kärnten
Ressorts: Start |Up, Life | Style, Leben |Arbeiten
mark@mut-magazin.at

M.U.T. auf Youtube

M.U.T.letter

Wissen, was die Wirtschaft bewegt.

Das könnte Sie auch interessieren