Innovative Familienbetriebe, nachhaltige Produktion, modernes Handwerk und erneuerbare Energie: Die Südweststeiermark überzeugt mit einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Vielfalt. Vier Unternehmen geben vor dem Wirtschaftsgipfel Südweststeiermark Einblick in ihre Erfolgsrezepte. Doch was macht die Südweststeiermark zu einem Standort, an dem Unternehmen erfolgreich wachsen können – und welche Herausforderungen gilt es dafür zu bewältigen?
Die Südweststeiermark hat sich längst zu einem dynamischen Wirtschaftsraum entwickelt, in dem traditionsreiche Familienbetriebe und innovative Unternehmen gleichermaßen Maßstäbe setzen. Präzision, Nachhaltigkeit, technisches Know-how und unternehmerischer Mut bilden die Grundlage für den Erfolg zahlreicher Betriebe.
Beim Wirtschaftsgipfel Südweststeiermark am Mittwoch, 19. August, um 18 Uhr im Hengistzentrum in Hengsberg treffen genau diese Stärken aufeinander. Unternehmerinnen und Unternehmer diskutieren über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes, knüpfen neue Kontakte und entwickeln gemeinsame Perspektiven. Vier Betriebe stehen dabei exemplarisch für die Vielfalt und Innovationskraft der Region.
Präzision, die weltweit gefragt ist
Wer die Produktionshalle der Heideco GmbH in Deutschlandsberg betritt, erkennt sofort, worauf es ankommt: höchste Genauigkeit. Hier entstehen hochpräzise Dreh- und Frästeile für KundInnen aus unterschiedlichsten Industriezweigen – von Einzelanfertigungen bis hin zu Klein- und Mittelserien. Die gefertigten Baugruppen kommen unter anderem in der Pharma- und Futtermittelindustrie zum Einsatz und werden bis nach Asien exportiert.
Seit 2018 führen Karina Rüge und ihre Mutter Karin Lorenz den Familienbetrieb gemeinsam. Firmengründer Helmut Reichenpfader arbeitet trotz seines Alters weiterhin aktiv mit und verbindet jahrzehntelange Erfahrung mit modernster Fertigungstechnologie.

Die Produktionsbedingungen sind anspruchsvoll. Temperaturstabile Hallen, hochautomatisierte CNC-Maschinen und modernste Messtechnik ermöglichen Präzisionsarbeit im Mikrometerbereich. Gleichzeitig spürt Heideco die Auswirkungen internationaler Entwicklungen unmittelbar. Lieferengpässe, volatile Rohstoffpreise und geopolitische Krisen verlangen schnelle Entscheidungen und hohe Flexibilität.
„Die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes liegt in der Verbindung von Innovation, regionaler Zusammenarbeit und dem Mut, neue Wege zu gehen. Gerade durch starke Netzwerke entstehen Chancen, von denen alle Unternehmen profitieren.“ Karina Rüge
Trotz dieser Herausforderungen blickt Karina Rüge optimistisch in die Zukunft. Vor allem die Koralmbahn sieht sie als wichtigen Standortvorteil. Gleichzeitig beobachtet sie einen positiven Wandel innerhalb der regionalen Wirtschaft: Unternehmen tauschen sich stärker aus, nutzen Synergien und erkennen zunehmend den Wert funktionierender Netzwerke.
Energiewende schafft neue Chancen
Wie wichtig regionale Zusammenarbeit ist, weiß auch Mario Resch. Mit seinem Elektrotechnikunternehmen begleitet er Privatkunden, Gewerbebetriebe und Industriekunden in nahezu allen Bereichen moderner Elektrotechnik – von klassischen Installationen über Blitzschutz und Verteilerbau bis hin zu Photovoltaikanlagen und innovativen Energielösungen.
Mit 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt Resch Elektrotechnik zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region. Zusätzlich verstärken – in Kürze – fünf neue Lehrlinge das Team und sichern wertvolles Fachwissen für die Zukunft.

Ein sichtbares Zeichen der Unternehmensentwicklung ist die zwei Megawatt starke Photovoltaik-Freiflächenanlage entlang der Koralmbahn. Für Resch steht sie sinnbildlich für die Energiewende in der Region. Werden erneuerbare Energieerzeuger intelligent mit regionalen Verbrauchern vernetzt, entstehen stabile und langfristig wettbewerbsfähige Energiekosten.
Auch wirtschaftlich bringt die neue Bahnverbindung bereits positive Impulse. Neue Wohnprojekte und Betriebsansiedlungen sorgen für zusätzliche Nachfrage und stärken den regionalen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig bleibt der internationale Wettbewerb eine Herausforderung. Hohe Lohnnebenkosten und ein stetig wachsender Verwaltungsaufwand erschweren Investitionen und bremsen unternehmerische Dynamik. Umso wichtiger seien verlässliche Rahmenbedingungen, die Innovation fördern, statt sie auszubremsen.
Aus Alt wird Lieblingsstück
Möbel mit Geschichte bewahren, moderne Lösungen entwickeln und regionale Wertschöpfung stärken: Manuela Lackner-Kaufmann führt gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard seit 2002 den Tapezierer- und Dekorateur-Meisterbetrieb TDL in Straß. Mit viel Fingerspitzengefühl repariert das kleine Team alte Polstermöbel und verschönert mit Vorhängen und Co. Wohn- und Alltagskulissen.

Zum Leistungsspektrum des Betriebs zählt auch Sonnen- und Insektenschutz. Die Qualität der handwerklichen Arbeit überzeugt längst über die Landesgrenzen hinaus: Die Kundschaft kommt aus ganz Österreich sowie aus Slowenien und Skandinavien.
„Jedes Möbelstück erzählt eine Geschichte. Unsere Aufgabe ist es, diese Werte zu bewahren und gleichzeitig mit modernem Handwerk neue Perspektiven zu schaffen.“ Manuela Lackner-Kaufmann
Eine Herausforderung bleibt jedoch der wachsende bürokratische Aufwand. „Gerade kleine Betriebe brauchen wieder mehr Zeit für ihr eigentliches Handwerk und weniger für administrative Aufgaben“, lautet eine zentrale Forderung der Unternehmerin.
Regionale Kreisläufe als Stärke
Auch Martin Tatzl setzt mit Green Pork auf nachhaltige Wertschöpfung aus der Region. Das Unternehmen verarbeitet ausschließlich österreichische Schweine und Rinder und vereint zahlreiche Bereiche unter einem Dach – von der Futtermittelproduktion über Zucht und Mast bis zur Schlachtung und Zerlegung.
Rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an knapp 30 Standorten rund um Wolfsberg im Schwarzautal. Nachhaltigkeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie: Mit Blockheizkraftwerk, Holzvergasung und Photovoltaikanlagen erzeugt Green Pork nahezu den gesamten benötigten Energiebedarf selbst.

Trotz dieser Stärken steht die Branche vor großen Herausforderungen. Steigende Kosten, Billigimporte, Fachkräftemangel und unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen innerhalb Europas erschweren die Arbeit heimischer Unternehmen.
Gemeinsam für einen starken Wirtschaftsstandort
Die vier exemplarischen Vorzeigebetriebe verdeutlichen, dass regionale Unternehmen vor allem durch Qualität, Innovation und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich bleiben. Gleichzeitig brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und faire Wettbewerbsbedingungen.
Genau diese Themen stehen im Mittelpunkt des Austauschs führender Unternehmerinnen und Unternehmer der Region. Denn die Zukunft des Wirtschaftsstandortes entsteht dort, wo Erfahrungen geteilt, neue Verbindungen geschaffen und gemeinsame Lösungen entwickelt werden.
Wirtschaftsgipfel Südweststeiermark
Mittwoch, 19. August 2026
Einlass: 17.30 Uhr | Beginn: 18.00 Uhr
Ort: Hengistzentrum Hengsberg
Programm:
Präsident und Landesgruppenobmann Josef Herk
Landesrat Willibald Ehrenhöfer
Podiumsdiskussion
- Manuela Lackner-Kaufmann | TDL – Tapezierer & Dekorateur Lackner Kaufmann
- Karina Rüge | Heideco GmbH
- Martin Tatzl | GreenPork GmbH
- Mario Resch | Resch Elektrotechnik GmbH
Im Anschluss persönlicher Austausch und Netzwerken.
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