Ein Abend, der mehr war als nur Austausch: Beim Wirtschaftsgipfel Oststeiermark im Kunsthaus Weiz holte Wirtschaftsbunddirektor Jochen Pack vier Unternehmer auf die Bühne, die eines verbindet – kompromisslose Leidenschaft für Selbstständigkeit. Zwischen klaren Worten, politischen Forderungen und persönlichen Einblicken wurde deutlich: Hier geht es nicht um Probleme, sondern um Lösungen. Und um eine Region, die wirtschaftlich nicht warten will, sondern gestalten.
Bühne frei für Unternehmergeist
Mit dabei: Wirtschaftsbundobmann Josef Herk, Landesrat Willibald Ehrenhöfer und vier Betriebe, die exemplarisch für die Stärke der Oststeiermark stehen. Herk betonte die besondere Rolle der Region als Hotspot für Lehrlingsausbildung, während Ehrenhöfer ein klares Signal in Richtung Verwaltung sendete: „Wer ernst genommen werden will, muss Service an Unternehmerinnen und Unternehmern neu denken. Der Mindset der Verwaltung muss sich vom Verhindern zum Ermöglichen entwickeln – schneller, lösungsorientierter und näher an der Realität der Betriebe.“ Der Tenor des Abends: UnternehmerInnen sind dem Optimismus verpflichtet. Und dieser Optimismus hat Substanz.

Regionalität als Wettbewerbsvorteil
Gernot Deutsch von der Heiltherme Bad Waltersdorf GmbH & Co KG steht für eine Generation von UnternehmerInnen, die Regionalität nicht als Marketing, sondern als Geschäftsmodell verstehen. Sein Zugang ist klar: „Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Lebensqualität gehören zusammen gedacht.“ Gleichzeitig fordert er mehr Klarheit in der Entwicklung der Region – politisch, geografisch und touristisch. Sein Appell: Die Oststeiermark muss sich stärker als Einheit positionieren und infrastrukturell, vor allem im öffentlichen Verkehr, nachziehen.

Die Heiltherme Bad Waltersdorf GmbH & Co KG ist ein zentraler Akteur im steirischen Thermen- und Gesundheitstourismus und Teil der profilprägenden Betriebe im Thermen- & Vulkanland. Die Anlage wurde u. a. mit dem European Health & Spa Award als „Best Thermal Resort“ ausgezeichnet und trägt wesentlich zur Positionierung der Region als Gesundheits- und Wohlfühldestination bei.
Innovation aus dem Rohstoff der Region
Für Martin Karner von der Weitzer Woodsolutions GmbH liegt die Stärke der Region im Zusammenspiel aus Tradition und Forschung. Holz als regionaler Rohstoff trifft auf Hightech und internationale Märkte. Mit einem Forschungshub von 16 Millionen Euro wird genau dieses Potenzial weiter ausgebaut. Karner sieht darin ein klares Zukunftsmodell: nachhaltige Wertschöpfung, getragen von strengen Umweltstandards und handwerklicher Qualität. Seine Forderung: mehr Planbarkeit bei Förderungen – für echte Investitionen in kommende Generationen.

Weitzer Woodsolutions GmbH ist ein Hightech-Unternehmen der Holzindustrie aus Weiz, das Holz zu leichten, leistungsfähigen Hybridwerkstoffen für industrielle Anwendungen weiterentwickelt. Es ist Teil der Weitzer Group/ Weitzer Parkett und positioniert sich in der steirischen Holz-Wertschöpfungskette als Technologie- und Innovationsmotor im Leichtbau.
Erfolg wächst im Team
Hanspeter Höfler von der Gartengestaltung Höfler KG bringt die soziale Komponente ins Spiel. Sein Betrieb zeigt, wie nachhaltige Personalpolitik funktioniert: 18 von 23 MitarbeiterInnen wurden im eigenen Unternehmen ausgebildet. Für Höfler ist klar: „Erfolg entsteht nur gemeinsam.“ Gleichzeitig spricht er ein heikles Thema offen an – steigende Löhne dürfen nicht automatisch steigende Lohnnebenkosten bedeuten. Sein Blick zurück auf 30 Jahre Unternehmertum ist auch ein Plädoyer für realistische wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.

Die Gartengestaltung Höfler KG ist ein steirisches Gartenbauunternehmen mit angeschlossener Baumschule und Gartencenter in Puch bei Weiz. Es bietet Planung, Anlage und Pflege von Privatgärten und Außenanlagen sowie ein breites Pflanzensortiment für HobbygärtnerInnen und Profis.
Nachhaltigkeit als Verpflichtung
Josef Prenner von der Naturhaus Wechselland GmbH verkörpert eine Form von Unternehmertum, die langfristig denkt. Nachhaltigkeit ist für ihn kein Trend, sondern Verantwortung gegenüber der nächsten Generation. Seine Perspektive: „Gerade kleinere Betriebe sind oft näher an den realen Bedürfnissen der Region – und können schneller reagieren. Was es braucht, sind stabile Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden.“

Die Naturhaus Wechselland GmbH ist ein österreichisches Bauunternehmen mit Sitz in Pinggau, das sich auf ökologischen Hausbau und Sanierungen mit natürlichen Baustoffen wie Holz, Stroh und Lehm spezialisiert hat. Der Betrieb positioniert sich im Bereich „Bauen & Wohnen“ in der Steiermark mit Fokus auf gesundes, ressourcenschonendes Wohnen.
Klartext statt Floskeln
Der Wirtschaftsgipfel machte eines deutlich: Die Oststeiermark ist kein homogener Wirtschaftsraum, sondern lebt von Vielfalt. Von Ein-Personen-Unternehmen bis zu internationalen Leitbetrieben, vom Handwerk bis zur Hightech-Produktion. Genau diese Mischung ist ihre Stärke.
Gleichzeitig wurden auch die Herausforderungen klar benannt: Bürokratie, Mobilität, Fachkräfte und Planbarkeit. Themen, die nicht neu sind – aber hier mit einer Direktheit formuliert wurden, die Wirkung zeigt.
Vernetzung als Erfolgsfaktor
Neben den Impulsen auf der Bühne spielte auch das Networking an dem Abend eine zentrale Rolle. Persönliche Gespräche, neue Kontakte und branchenübergreifender Austausch zeigen: Wirtschaft passiert nicht isoliert, sondern im Miteinander, wie auch Hanspeter Höfler zugab, in seinen 30 Jahre als Unternehmer gelernt zu haben.
Vier Unternehmer, vier Perspektiven – und ein gemeinsames Bild: Die Oststeiermark denkt Zukunft nicht abstrakt, sondern konkret. Mit Fleiß, Mut und Verantwortung. Was bleibt, ist ein klarer Eindruck: Diese Region wartet nicht auf bessere Zeiten. Sie arbeitet daran.
Fotos: 5komma5sinne/Karl Schrotter Photograph und Klaus Morgenstern
