SUPASO verpackt einfach „supa so“

Fabian Gems und Georg Lackner gründeten 2021 im oststeirischen Hartberg ein Unternehmen, dass sich auf die Produktion von nachhaltigen Verpackungslösungen spezialisiert hat. M.U.T.-Redakteur Alfred Mayer sprach mit SUPASO-CEO Fabian Gems über die bisherige Entwicklung, Erfolge und strategische Fehler in der Anfangszeit; inklusive spannender Tipps für potenzielle Start-up-KollegInnen.

M.U.T.: Wie ist es zur Gründung der Firma SUPASO gekommen?

Fabian Gems: Die Idee zu SUPASO ist aus einer sehr einfachen Beobachtung entstanden: In der Logistik werden enorme Mengen an Verpackungsmaterial verwendet – gleichzeitig fallen in Unternehmen jeden Tag große Mengen an Karton- und Papierabfällen an. Gemeinsam mit meinem Mitgründer Georg Lackner haben wir uns gefragt: Warum wird dieses Material nicht direkt vor Ort wieder zu neuen Verpackungen verarbeitet?

Firmengebäude in Naturlandschaft.
Das SUPASO-Betriebsgebäude befindet sich in einer ehemaligen Obstlagerhalle, eingebettet in das oststeirische Hügelland. Foto: Organic Groove

Daraus entstand die Vision einer modularen Produktionslösung, mit der Unternehmen ihre eigenen Papierabfälle zu nachhaltigen Verpackungen upcyclen können. 2021 haben wir diese Idee schließlich in die Gründung von SUPASO überführt – mit dem Ziel, Verpackung nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlicher zu machen.

Welche Produkte umfasst das derzeitige Sortiment?

Im Mittelpunkt steht unsere modulare Produktionsplattform, mit der aus Altpapier und Karton hochwertige Zellulose-Verpackungselemente hergestellt werden können – quasi eine thermische Funktionsunterwäsche für Kartonagen, wenn man es salopp formulieren möchte.

Ein Mann hält einen Karton gegen das Licht.
Der Qualitätskontrolle der Verpackungen wird bei SUPASO höchster Stellenwert beigemessen. Foto: Organic Groove

Diese Verpackungen eignen sich besonders für empfindliche oder temperaturkritische Produkte, etwa im Lebensmittel-, Pharma- oder E-Commerce-Bereich. Neben den Verpackungsprodukten selbst entwickeln wir auch die dazugehörige Maschinen- und Softwaretechnologie. Unser Ansatz ist dabei „Machine-as-a-Service“: Unternehmen können die Technologie nutzen, ohne selbst in eine komplette Produktionslinie investieren zu müssen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen SUPASO?

SUPASO steht für „Sustainable Packaging Solutions“. Uns war wichtig, dass der Name unsere Vision widerspiegelt: nachhaltige, zirkuläre und technologisch innovative Verpackungslösungen zu entwickeln. Gleichzeitig sollte er international verständlich sein, weil wir von Anfang an einen europäischen und globalen Markt im Blick hatten. Und ein bisschen regionale Selbstironie steckt auch drin – denn das, was wir machen, ist einfach „supa so“.

Wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

SUPASO wurde von mir und meinem Mitgründer Georg Lackner gegründet. Wir bringen dabei unterschiedliche Stärken ein: technologische Entwicklung, Maschinenbau und Automatisierung auf der einen Seite sowie Geschäftsmodell- und Marktentwicklung auf der anderen.

Georg beschäftigt sich praktisch seit seinen Kindheitstagen mit der Entwicklung und Produktion von Zellulosedämmstoffen im Baubereich. Dieses Know-how ist eine wichtige Grundlage für unseren technologischen Vorsprung, den wir uns am europäischen Markt erarbeiten konnten.

Meine Kernkompetenz liegt in der Internationalisierung. Als früherer Wirtschaftsdelegierter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA habe ich viele Jahre Unternehmen beim Markteintritt im Ausland begleitet. Diese Erfahrung hilft uns heute beim Aufbau internationaler Märkte. So ergänzen wir uns eigentlich sehr gut.

Wie hat sich SUPASO seit der Gründung im Jahr 2021 entwickelt?

Seit der Gründung hat sich SUPASO von einer Idee und einem ersten Prototypen zu einem Unternehmen mit marktreifen Technologien und internationalen Partnern entwickelt. Wir konnten unsere Maschinentechnologie kontinuierlich weiterentwickeln, erste Pilotprojekte umsetzen und ein wachsendes Netzwerk an Kunden und Industriepartnern aufbauen.

Zwei Männer und eine Frau blicken in die Kamera.
Im Jahr 2022 durfte sich das Start-up SUPASO über den Sieg beim „Elevator Pitch“ der Jungen Wirtschaft Steiermark freuen. Foto: Fischer

Die ersten tausenden Verpackungen haben wir tatsächlich noch per Hand produziert, bevor wir Mitte 2021 unsere erste Maschine in Betrieb nehmen konnten.

Heute zählen wir bereits über 400 Kunden in 11 europäischen Ländern zu unserem Kundenstamm. Die erste Partnermaschine soll noch im heurigen Jahr installiert werden. Über ein Partnernetzwerk wollen wir in Zukunft sehr schnell in ganz Europa verfügbar sein.

Welche besonderen Meilensteine gab es auf dem bisherigen Weg?

Ein zentraler Meilenstein war sicherlich die Entwicklung unserer ersten funktionierenden Produktionslinie für Zellulose-Verpackungselemente.

Maschine bei der Produktion.
Die Firma SUPASO produziert nachhaltige und technisch innovative Verpackungslösungen. Foto: Organic Groove

Ein weiterer wichtiger Schritt war der Aufbau strategischer Partnerschaften mit Unternehmen aus der Verpackungs- und Logistikbranche. Dadurch konnten wir unsere Technologie in realen Anwendungen testen und kontinuierlich verbessern. Auch die Sicherung unserer technologischen Innovationen durch Patente sowie die Unterstützung durch Forschungs- und Förderprogramme waren wichtige Etappen auf unserem Weg.

Wie soll es aus eurer Sicht mittel- bzw. langfristig mit SUPASO weitergehen?

Unser Ziel ist es, eine neue Infrastruktur für zirkuläre Verpackungsproduktion aufzubauen. Langfristig möchten wir erreichen, dass Unternehmen Verpackungsmaterial genau dort produzieren können, wo es gebraucht wird – aus regional verfügbaren Papier- und Kartonabfällen. Dafür bauen wir unsere Technologieplattform weiter aus und arbeiten daran, unsere Lösungen international zu skalieren.

Photovoltaikanlage auf einem Dach.
Ein Teil des benötigten Stroms wird mit der betriebseigenen Photovoltaikanlage produziert. Foto: Organic Groove

Welche Fehler aus der Anfangszeit würdet ihr aus heutiger Sicht nicht mehr machen?

Wie viele Start-ups haben wir am Anfang versucht, sehr viele Dinge gleichzeitig zu machen. Heute wissen wir, wie wichtig Fokus und klare Prioritäten sind – besonders in der Produktentwicklung und bei Pilotprojekten mit Kunden. Außerdem würden wir früher mehr Ressourcen für Skalierung und Organisation einplanen. Wachstum ist großartig, bringt aber auch neue Anforderungen an Struktur und Prozesse.

Was könnt ihr anderen Gründern von Start-ups mit auf den Weg geben?

Der wichtigste Rat ist wahrscheinlich, so früh wie möglich mit realen Kunden zu arbeiten. Ideen sehen auf dem Papier oft überzeugend aus – aber erst in der Praxis merkt man, was wirklich funktioniert und wo man noch nachschärfen muss. Und: Als Gründer sollte man sich ein starkes Netzwerk aus Partnern, Investoren und Unterstützern aufbauen. Innovation entsteht selten alleine – und man muss auch nicht alle Fehler selbst machen.

Alfred Mayer
Alfred Mayer
Autor | Steiermark
Ressorts: Nah | Fern, Schaffens | Kraft, Hart | Herzlich

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