Mit steirischem Know-how nach Bangkok

Die Fleischerei Buchberger aus Pöllau bei Hartberg steht exemplarisch für den Wandel eines klassischen Handwerksbetriebs hin zu einer modernen Genuss- und Lifestyle-Marke. Fleischhacker und Fleischermeister Robert Buchberger versteht es, hochwertige Fleisch- und Wurstprodukte zeitgemäß zu interpretieren – mit klarer Haltung, starker Marke und internationalem Blick. Sein jüngstes Projekt führt ihn dabei in die thailändische Hauptstadt Bangkog.

Die Fleischerei zeigt, wie sich ein traditioneller Handwerksbetrieb neu erfinden kann. Zwischen Räucherofen und Markenauftritt spannt sich ein weiter Bogen: Robert Buchberger, Fleischermeister und Unternehmer, denkt Qualität nicht nur in Rezepturen, sondern auch in Haltung, Gestaltung und internationaler Ausrichtung. Seine Produkte erzählen von Herkunft und Handwerk – und zugleich vom Mut, neue Wege zu gehen. Das jüngste Projekt seiner modernen Genuss- und Lifestyle-Marke führt ihn dabei bis in die Metropole Bangkok.

Von einer Kleinstfleischerei zum modernen Fleischerei-Unternehmen. Familienbetriebe gelten oft als bodenständig, aber selten als visionär. Die Geschichte der Fleischerei Buchberger in der Oststeiermark widerlegt dieses Klischee eindrucksvoll. Was 1946 als klassischer Klein-Fleischhauerbetrieb im Naturpark Pöllauer Tal begann, ist heute ein mittelständisches Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitenden, zehn Standorten, eigener Schlachtung, Onlineshop – und einem innovativen Food-&-Lifestyle-Start-up: den Rib Eye Boys.

„Fleischhacker“ aus Überzeugung

Robert Buchberger, Fleischermeister in dritter Generation – oder, wie er sich selbst nennt, „Fleischhacker“ – verbindet traditionelles Handwerk mit professionellen Strukturen, moderner Markenführung und unternehmerischer Klarheit. Sein Anspruch geht über Spitzenqualität hinaus: Fleisch und Wurst sollen heute nicht nur schmecken, sondern auch zeitgemäß, stylisch und bewusst konsumiert werden.

Zwei Männer auf einer Wiese mit einer Kuh; eine weitere Kuh im Hintergrund
Die Tiere für die Verarbeitung werden regelmäßig gemeinsam mit Vater Robert Buchberger sen. direkt bei den Landwirten ausgesucht. Foto: Ingo Pertramer

Regionalität ist dabei kein Marketing-Schlagwort, sondern gelebtes Geschäftsmodell. Die Tiere stammen ausschließlich aus kleinstrukturierten Betrieben im Pöllauer Tal, die Zusammenarbeit mit regionalen Landwirten basiert auf langjährigen Partnerschaften. Das garantiert Qualität, Versorgungssicherheit und nachhaltige Wertschöpfung in der Region Oststeiermark.

Marke, Medien & Sichtbarkeit

Ein zentraler Erfolgsfaktor der Fleischerei Buchberger ist die konsequente Markenarbeit. Robert Buchberger versteht sich nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Kommunikator. Mit dem Podcast „WURSTgeflüster“, einem eigenen YouTube-Kanal sowie aktiver Präsenz auf Instagram, Facebook und LinkedIn schafft er Sichtbarkeit für Themen, die im Lebensmittelbereich oft zu kurz kommen: Herkunft, Qualität, Wertschöpfung und die Zukunft des echten Handwerks.

Mein Motto: Think global – act local.“ Robert Buchberger

Ein Start-up mit Lifestyle-DNA

Parallel zum etablierten Familienunternehmen entstand kürzlich mit den Rib Eye Boys ein eigenständiges Start-up, das Grillen als Lifestyle versteht. Gemeinsam mit Landwirt Nino Sifkovits, Eigentümer des Chianinahofs in Dobl bei Graz und Ehemann von Cheyenne Ochsenknecht, gründete Robert Buchberger eine GmbH mit klarer Positionierung: Premium-Fleisch trifft Marke, Storytelling und Community. „Schon unsere Väter waren als Viehhändler gute Bekannte, mit Nino verbindet mich nicht nur eine Freundschaft aus Kindertagen, sondern vor allem die gemeinsame Leidenschaft für gutes Fleisch“, so Robert Buchberger.

Das Sortiment reicht von hochwertigen Fleischcuts und Würsteln über BBQ-Rubs, Saucen, Gewürze und Öle bis hin zu ausgewählten Weinen. Ergänzt wird das Angebot durch starke Partnerschaften mit regionalen Produzenten sowie kontinuierliche Event- und Medienpräsenz.

Zwei Männer mit Kappe vor einem Griller mit Gemüse.
Mit Nino Sifkovits, Ehemann von Cheyenne Ochsenknecht, hat Robert Buchberger das Start-up Rib Eye Boys gegründet. Foto: Bengo Media

Von Red Bull bis zum FC Turin

Die Rib Eye Boys sind längst europaweit auf Grill- und Barbecue-Events präsent. Zu den bisherigen Kunden zählen unter anderem die Red Bull Area bei der MotoGP am Red Bull Ring in Spielberg sowie der italienische Fußball-Erstdivisionär FC Turin. Für das kommende Jahr sind exklusive Grillevents in Lappland geplant – ein weiterer Schritt in Richtung internationale Markenpositionierung.

Zwei Welten, eine Strategie

Was die Fleischerei Buchberger und die Rib Eye Boys verbindet, ist eine klare unternehmerische Idee: Wertschöpfung dort halten, wo sie entsteht – und sie über Marke, Innovation und Storytelling skalieren. Der Familienbetrieb sorgt für Stabilität, Arbeitsplätze und regionale Tiefe, das Start-up für Dynamik, Reichweite und neue Umsatzpotenziale.

Zwei Männer an einem brennenden Griller
Bei einem Grillevent der Rib Eye Boys kann es schon einmal richtig heiß hergehen. Foto: Bengo Media

Der erfolgreiche Markteintritt der Rib Eye Boys in ausgewählten Billa Plus- und Billa Corso-Filialen unterstreicht das wirtschaftliche Potenzial dieses Modells. Die Marke agiert bewusst schlank, wachstumsorientiert und ergänzend zum Stammgeschäft – nicht als Konkurrenz.

Wenn einem alles wurscht ist, kommt keine gute Wurst heraus.“ Robert Buchberger

Hot Dogs „made in Thailand“

Aktuell arbeitet Robert Buchberger an einem außergewöhnlichen internationalen Projekt: dem Aufbau einer Wurstmanufaktur in Bangkok. In Zusammenarbeit mit der Familie Yoovidhya (Miteigentümer von Red Bull) entsteht eine Wurstmanufaktur, die bereits im März 2026 in Betrieb gehen wird. Ziel ist es, steirisches Fleischer-Know-how mit hochwertiger thailändischer Schweinequalität zu verbinden.

In der ersten Ausbaustufe sollen Hot Dogs – Frankfurter und Debreziner – produziert und in einem eigenen Restaurant angeboten werden. Doch wer Robert Buchberger kennt, weiß: Das ist erst der Anfang.

Zeitgemäßes Unternehmertum

Die Fleischerei Buchberger in Pöllau bei Hartberg zeigt eindrucksvoll, wie sich ein traditioneller Handwerksbetrieb zu einem modernen, zukunftsfitten Unternehmen entwickeln kann. Mit Mut, Innovationsgeist und klarer Markenstrategie gelingt es, neue Märkte zu erschließen, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren.

Alfred Mayer
Alfred Mayer
Autor | Steiermark
Ressorts: Nah | Fern, Schaffens | Kraft, Hart | Herzlich

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