Kajak, SUP und „Sunset Beach“ im Sommer, Skischule am Nassfeld im Winter – der Steirer Manfred Winkler ist ganzjährig ein Schlüsselspieler im Kärntner Tourismus.
Kaum zu glauben, dass dieser drahtige, jugendlich wirkende Sportler mit seiner wilden Haarmähne gerade den 50er gefeiert hat. Der offene Blick, das stets freundliche Lächeln, diesen Mann bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Kein Wunder, ist er doch staatlich geprüfter Instruktor für Wild und Flachwasserkajak, stürzt sich regelmäßig in die gefährlich-eisigen Fluten von Möll oder Soča. Warmduscher haben da garantiert nichts verloren. Dieser Sport ist ein echtes Minderheitenprogramm und bis heute Winklers Leidenschaft.
2,5 Mio. Euro Umsatz
Noch weniger nimmt man ihm allerdings ab, in welch beachtliche Dimensionen er seine beiden Betriebe inzwischen entwickelt hat: die Winkler Outdoorsport Kajak GmbH & Co KG sowie die Skischule W & S GmbH & Co KG. In beiden hat er noch jeweils unterschiedliche Minderheitsbeteiligte, der Jahresumsatz dürfte aber nach dem jüngsten Coup, der Übernahme des Strandbads „Sunset Beach“ in Egg am Faaker See, demnächst die 2,5-Mio.-Euro-Marke erreichen, rechnet Winkler. Im Sommer beschäftigt er 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gastronomie und unterschiedlichsten Bereichen des Kajak- und SUP(Standup-Paddel)-Verleihs, der Schule bzw. dem kleinen Handel, den er nebenbei noch betreibt. Im Winter sind es dann ein „paar“ mehr: Bis zu 100 angestellte Skilehrerinnen und Skilehrer stehen in der größten Skischule am Nassfeld während der Saison im Sold. Das Personalmanagement ist also eine ordentliche Herausforderung. Dabei überrascht es Winkler immer wieder, dass es meist einfacher ist, Fach-Instruktoren zu finden als geeignete Personen für Gastronomie und Kassa im Strandbad.
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Start als One-Man-Show
So lang ist es übrigens auch bei Winkler selbst noch nicht her, dass er sich als Grazer Student der Sportwissenschaften und Geografie im Sommer sein karges Einkommen als Kajaklehrer aufbesserte. Die wenigsten haben dann allerdings den Mut und das Durchhaltevermögen, daraus ein Unternehmen zu machen. Als Winkler mit seiner Frau Petra, einer Psychologin und Yogalehrerin, im Jahr 2004 zunächst nach Velden zog, war er noch eine One-Man-Show. Er übernahm die Kajakschule von Sonja L’Allemand am Faaker See, die sich vorerst nur mit Schulsport beschäftigte. Nach einer Zwischenstation in Rosegg landete er schließlich 2011 im Ort Faak am See, wo er mit seiner Frau, die überall kräftig mit anpackt und den zwei Kindern endgültig seine Homebase einrichtete. Tochter Florentina studiert Tourismus in Innsbruck, Sohn Laurin geht noch zur Schule. Beide sind sie schon als Skilehrer aktiv. Deren berufliche Zukunft will sich Winkler noch nicht ausmalen, mit zumindest einem Bein stehen sie schon in seinen Fußstapfen.

Der Saisonverlängerer
Jedenfalls hat Winkler von Faak aus immer weitere Kreise gezogen: Die Entwicklung des Draupaddelwegs mit der Kärnten-Werbung, das Lagana am Fluss zusammen mit dem Villacher Hotel Voco und angeschlossenem Boots- und SUP-Verleih, die Übernahme der Skischule am Nassfeld. Immer tiefer taucht er in die touristische Infrastruktur des Landes ein, beteiligt sich an Initiativen, kooperiert mit vielen anderen Tourismusbetrieben. Saisonverlängerung ist für ihn längst kein Fremdwort mehr: „Der Winter geht inzwischen fast nahtlos ins Frühjahr und in den Sommer über.“ Nur im November lege man noch eine längere Pause ein. Viele machen leider bei der Saisonverlängerung noch nicht mit, bedauert Winkler. Gerade rund um den Faaker See sei das Ende des Harley-Treffens Mitte September oft das Signal, die Schotten dicht zu machen und sich in die „Winterpause“ zu verabschieden. Dabei habe gerade der goldene Herbst noch wunderschöne Tage für den Wassersport zu bieten.

Chillen beim Uferknistern
Im heißen Sommer 2026 genießen an starken Tagen bis zu 800 Besucherinnen und Besucher nicht nur den Wassersport am Sunset Beach. Regelmäßig lädt Winkler auch zum „Uferknistern“. Von einer Ponton-Bühne unterhalten DJ oder Liveband das in den Sonnenuntergang chillende Publikum. Auch dafür hat Winkler ein Händchen, spielte er doch einst als Gitarrist und Sänger in zwei Bands – eine zum Thema Funk, die andere coverte Austropop-Songs. Drei CDs hat er aus dieser Zeit im Regal stehen. Selbst zieht es ihn inzwischen nicht mehr auf die Bühne. Zu eng getaktet sind seine Tage als Manager eines beachtlichen Familienunternehmens.
Im Sommer: „Sunset Beach“
Im Winter: Die Skischule
