Was tun, wenn in einer Geschäftsbeziehung die Zeit knapp ist, aber ein persönliches Treffen Gold wert wäre? Einfach die Bahn nehmen und auf halber Strecke treffen! Was im ersten Moment ungewohnt klingt, eröffnet ungeahntes Entgegenkommen. Und damit das persönliche Gespräch auch ein passendes Setting bekommt, stellen wir vier ausgewählte Restaurants entlang der Koralmbahn vor. Idealer Auftritt für diskrete Business-Treffen zwischen Graz und Klagenfurt garantiert!
Es gibt einfach Angelegenheiten, die bespricht man lieber persönlich. Dinge, für die ein Teams-Meeting zu heikel ist und ein Call zu unpersönlich. Themen, für die das Umfeld passen muss, bei denen das Atmosphärische eine gewichtige Rolle spielt. Manches bespricht sich am besten im Meetingraum, manches im Büro, manches am Telefon. Und für manches braucht man eben eine Gaststube.
Was aber tun, wenn der/ die GeschäftspartnerIn nicht in derselben Stadt ist und ebenso wenig Zeit hat wie man selbst? Genau: Man trifft sich in der Mitte. Früher waren es oft Raststätten, in denen man sich zusammenfand, um Wichtiges zu bereden und persönliche Bekanntschaften zu erneuern. Nicht zufällig verfügen einige der großen Raststätten über angeschlossene Hotels mit gut ausgestatteten Seminarräumen. Im neuen Wirtschaftsraum Area Süd bietet sich diese Vorgehensweise nun ebenfalls an. Wenn eine/r der beiden wenig Zeit hat, kann der/die andere ihn/sie mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand erreichen. Nur: Wohin?
Wir haben uns vier Lunch-Locations entlang der Koralmbahnstrecke angesehen – und, um es vorwegzunehmen: Hier ist für jeden Gaumen etwas dabei.
Klagenfurt: Oscar
In Klagenfurt etwa bietet sich das „Oscar“ an, seit Jahrzehnten eine feste Größe in der kulinarischen Landschaft des Südens. Gault & Millau, der das „Oscar“ mit zwei Hauben ausgezeichnet hat, weiß zu berichten: „Mit lässigen Mittagsmenüs und Degustationen am Abend bietet das Team von Küchenchef Dominik Lechner Passendes für jeden Anlass. Zudem gibt es abends jeden Teller auch im Kleinformat zum kleinen Preis – eine Aufforderung zum Durchkosten. Alles gediegen, ebenso die Weine. Eine Klasse für sich: die Desserts.“ Dem ist wenig hinzuzufügen, außer, dass auch die Mittagsmenüs ausgezeichnet sind. Bei unserem Besuch servierte man uns eine kräftige Rindsuppe mit Tiroler Speckknödel sowie ein geschmortes Rinderschnitzel auf cremiger Kartoffelmousseline, Karottengemüse und Madeira-Reduktion – jeder Bissen ein Genuss. Der Preis ist geradezu sensationell: Um 14,50 Euro speist man heute in dieser Qualität kaum mehr irgendwo. Vom Hauptbahnhof Klagenfurt fahren Sie mit einer Stadtbuslinie (z. B. Bus 4 oder A vom Bahnhof zum Heuplatz) bis in die Innenstadt und gehen von dort wenige Minuten zu Fuß zum Restaurant Oscar am St.-Veiter-Ring.
St. Paul im Lavanttal: Poppmeier
Direkt an der Strecke gelegen ist der Bahnhof St. Paul im Lavanttal, den man von Graz aus zu Mittag in gerade einmal 34 Minuten erreicht. Vom Bahnhof kommt man am besten mit dem Taxi in den Ort – Taxi Stroissnig (Tel. 0664 5047247) hilft gerne weiter; bei Buchungen bis spätestens 18 Uhr am Vortag wird eine Fahrt zur gewünschten Zeit garantiert.
Abgesehen vom sehenswerten Stift hat St. Paul noch das „Gasthaus Poppmeier – Ihr Wirtshaus am Stiftshügel“ zu bieten. Im Poppmeier speist man rustikal – sowohl was die gemütlichen, holzgetäfelten Gaststuben betrifft als auch hinsichtlich der Küche. Eine übersichtliche Speisekarte mit herzhaften Kärntner Spezialitäten lockt vor allem Hungrige; die Portionen sind für Erwachsene. Die Räumlichkeiten sind groß genug, um bei einem Mittagsmenü oder etwa einem Forellenfilet vom Marzi, gebraten mit Olivenöl, Gemüse und Kartoffeln (26,90 Euro), auch diskrete Details zu besprechen.
Wir entschieden uns für Ersteres: Milzschnittensuppe, hausgemachtes Rindsgulasch mit Butterspätzle und einen Linzerkuchen als Dessert (16 Euro). Eine kleine Schwäche beim Anrichten der Riesenportion wurde durch die Qualität des Fleisches – butterzart wie die Spätzle – und die herzhafte Würze mehr als wettgemacht.
Groß St. Florian: Edler im Landhaus Oswald
Ein Mittagsmenü gibt es natürlich auch im Landhaus Oswald, das weit über die Gemeindegrenzen von Groß St. Florian hinaus kulinarische Bekanntheit genießt. Die zwei Hauben von Gault & Millau verführen jedoch dazu, à la carte zu bestellen.
Die Küche lässt sich stilistisch kaum eindeutig beschreiben. Gault & Millau verortet sie „zwischen Gasthausküche und Fine Dining“. Das trifft es jedoch nur unzureichend, denn es bildet den Charakter der Karte nicht vollständig ab. Hier stehen Tom Kha Gai neben Frittatensuppe oder Gemüse-Gyoza mit Pak Choi, Reiscracker und Curry-Kokosschaum (21,50 Euro) neben Woazschwein-Filet im Pfeffermantel (28,50 Euro) – kurz: Bei Nina Edler zu speisen, verspricht Opulenz in jeder Hinsicht.
Wir probierten gebratene Jakobsmuscheln an Topinamburcreme mit Granny Smith, Haselnuss und Affila-Kresse (19,50 Euro). Sehr zu empfehlen ist auch das Kuchen- und Tortenangebot, in unserem Fall getestet mit einer exzellenten Zitronen-Topfentorte (4,50 Euro).
Wer ein Taxi vom Bahnhof zum Landhaus benötigt, ruft am besten in Deutschlandsberg an: Unter 0664 8215111 wird geholfen.
Graz: Restaurant Florian im Parkhotel
Treffen Sie sich in Graz und legen Wert auf gehobene Küche, dann kommen Sie am Parkhotel nicht vorbei. Dort kann man auf zwei Restaurants verweisen: das legere, mit einer Haube ausgezeichnete Restaurant Florian und das Fine-Dining-Restaurant „Zur Goldenen Birn“.
Beides verdient eine Erwähnung: Die Goldene Birn zählt kulinarisch zweifellos zu den besten Adressen zwischen Laibach und Wien. Die Qualität der Küche würde auch für ausgewiesene Gourmets eine Anreise aus Klagenfurt mit Übernachtung im Hotel rechtfertigen. Zum Lunchen eignet sich das „Florian“ jedoch eher – nicht nur wegen des ordentlichen Mittagsmenüs (z. B. Kräuterschöberlsuppe, gebratenes Schweinsbrüstl mit Sauerkraut und zweierlei Knödeln oder Polentaschnitte mit Gemüse, Parmesan und Rucola; danach Apfelstrudel um 28,00 Euro pro Person, exkl. Gedeck), sondern auch wegen der allgemeinen Karte und der Diskretion, die die Location verspricht.
Wir gönnten uns zunächst gebeizten Lachs auf Erdäpfelespuma mit Kaviar-Blini (18 Euro) und danach äußerst kreativ angerichtete hausgemachte Pilzravioli in Parmesanschaum mit Blattspinat und Paradeisern (22,50 Euro) – und können das Restaurant Florian uneingeschränkt weiterempfehlen.
Oscar — Klagenfurt
Adresse: St.-Veiter-Ring 43, 9020 Klagenfurt
Kontakt: 0463 50 23 00
Öffnungszeiten: Mo–Fr 11:30–14:00 & 18:00–21:30, Sa 18:00–21:30 · Feiertage variabel
Gasthaus Poppmeier — St. Paul im Lavanttal
Adresse: Hauptstraße 4, 9470 St. Paul im Lavanttal
Kontakt: 04357 2087 · Mobil +43 664 4242047
Öffnungszeiten: auf Anfrage
Edler’s Landhaus Oswald — Groß St. Florian
Adresse: Unterberglastraße 15, 8522 Groß St. Florian
Kontakt: 03464 2270
Öffnungszeiten: Mo & Di Ruhetag, Mi 10:00–17:00, Do–Sa 10:00–24:00, So & Feiertage 10:00–17:00
Küchenzeiten: Mi 11:00–15:00, Do–Sa durchgehend 11:00–21:00, So & Feiertage 11:00–15:00
Restaurant Florian — Parkhotel Graz
Adresse: Leonhardstraße 8, 8010 Graz
Kontakt: 0316 3630 60
Öffnungszeiten: laut Parkhotel Graz









