KNAPP setzt auf KI und Robotik

Was haben Walmart, Woolworths und Zalando gemeinsam? Hinter ihren Logistikprozessen steckt vielfach Technologie aus der Steiermark. Die KNAPP AG entwickelt Automatisierungslösungen für Unternehmen auf der ganzen Welt und investiert jährlich rund 100 Millionen Euro in Innovation.

Mit fast zwei Milliarden Euro Umsatz zählt die steirische KNAPP AG zu den weltweit führenden Technologieunternehmen im Bereich Intralogistik. Das Unternehmen mit Sitz in Hart bei Graz entwickelt Systeme, die Lager-, Produktions- und Distributionsprozesse automatisieren und setzt dabei zunehmend auf künstliche Intelligenz, Robotik und datenbasierte Software.

Welche Rolle Innovation für den langfristigen Unternehmenserfolg spielt, ist auch Thema beim Zukunftsforum Ramsau 2026. Dort gibt Franz Mathi, COO der KNAPP AG, im Rahmen eines Impulses Einblicke in die Innovationsstrategie des Unternehmens. Der Arbeitstitel lautet: „Wer nicht investiert, verliert – wie KNAPP mit Innovation Rekordumsätze schreibt.“ Zudem diskutiert Mathi im Panel „Glauben. Wagen. Gewinnen. – KI und Innovation als Wachstumsstrategie“ über die Bedeutung neuer Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Technologie als strategischer Wettbewerbsvorteil

Unter dem Leitsatz „making complexity simple“ entwickelt KNAPP Automatisierungslösungen für die Branchen Handel, E-Commerce, Industrie sowie Gesundheitswesen. Ziel ist es, komplexe Logistikprozesse effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten.

Im Mittelpunkt stehen integrierte Systeme aus Lagertechnik, Fördertechnik, Robotik und Software. Durch die Vernetzung dieser Komponenten entstehen automatisierte Prozesse, die Lieferketten optimieren und Unternehmen helfen sollen, steigende Anforderungen an Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Effizienz zu bewältigen.

Die Unternehmenszentrale der KNAPP AG in Hart bei Graz. Das moderne Glasgebäude steht für den internationalen Technologie- und Innovationsanspruch des steirischen Intralogistikunternehmens.
Blickfang in Hart bei Graz: die Zentrale der KNAPP AG. Foto: KNAPP/Kanizaj

Daten statt Bauchgefühl

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Für Franz Mathi liegt der entscheidende Erfolgsfaktor jedoch nicht allein in der Technologie selbst, sondern in der intelligenten Nutzung von Daten.

„Künstliche Intelligenz wird oft als universelle Lösung gesehen. Für uns ist sie ein Werkzeug – der eigentliche Hebel liegt in den Daten. Die größten Limitierungen in der Intralogistik entstehen heute nicht durch die Mechatronik, sondern durch fehlende Transparenz, unzureichende Datenqualität und zu wenig intelligente Systeme.“ Franz Mathi

Mit der Plattform „KNAPP Brain“ hat das Unternehmen eine eigene KI-Lösung entwickelt, die speziell auf die Anforderungen der Intralogistik ausgerichtet ist. Sie analysiert kontinuierlich Prozesse, erkennt Muster und unterstützt Entscheidungen – etwa bei Prognosen, der Robotiksteuerung, Ressourcenplanung oder der vorausschauenden Wartung von Anlagen.

Breites Portfolio für unterschiedliche Branchen

Das Lösungsangebot der KNAPP AG reicht von automatisierten Lager- und Distributionssystemen für Handel und E-Commerce über Produktionslogistik bis hin zu Speziallösungen für Apotheken und Krankenhäuser. Ergänzt werden diese durch Softwareplattformen zur Steuerung komplexer Lieferketten.

Zu den aktuellen Entwicklungen zählen unter anderem:

  • die KI-Plattform KNAPP Brain,
  • das modulare Robotiksystem AeroBot für automatisierte Lager,
  • autonome mobile Roboter der Produktlinie Open Shuttles,
  • sowie die Softwareplattform KiSoft, die Logistikprozesse in Echtzeit steuert und analysiert.

Die Kombination dieser Technologien ermöglicht zunehmend adaptive Systeme, die auf Veränderungen reagieren und Abläufe kontinuierlich optimieren können.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KNAPP AG besprechen gemeinsam ein Projekt. Teamarbeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit prägen die Entwicklung neuer Automatisierungs- und Logistiklösungen.
KNAPP sucht MitarbeiterInnen von der Planung bis zur Inbetriebnahme der weltweit erfolgreichen Logistiksysteme. Foto: KNAPP/Kanizaj

Automatisierung als langfristiger Trend

Die Entwicklung der KNAPP AG steht exemplarisch für einen grundlegenden Wandel in der Industrie. Automatisierung, künstliche Intelligenz und datengetriebene Entscheidungen gewinnen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung. Unternehmen investieren dabei nicht nur in effizientere Prozesse, sondern auch in mehr Flexibilität und eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen.

„Wir gewinnen aus Daten die relevanten Informationen und leiten daraus Entscheidungen ab, die direkt im Betrieb wirken. Mit dem KNAPP Brain analysieren wir Prozesse laufend und optimieren zentrale Parameter – vom Forecasting über Robotiksteuerung bis hin zu Predictive Maintenance.“ Franz Mathi

Gerade vor dem Hintergrund internationaler Lieferketten, steigender Anforderungen an Verfügbarkeit und zunehmendem Fachkräftemangel gilt die intelligente Automatisierung für viele Betriebe als wichtiger Wettbewerbsfaktor.

Zukunftsforum Ramsau als Plattform für Innovation

Die KNAPP AG ist auch 2026 Partner des Zukunftsforums Ramsau, das am 30. September und 1. Oktober bereits zum dritten Mal stattfindet. Unter dem Motto „Die Champions der Zukunft sind WIR – No Risk. No Success.“ beschäftigt sich die Veranstaltung mit Innovation, Unternehmertum und Zukunftstechnologien.

Im Panel „Glauben. Wagen. Gewinnen. – KI und Innovation als Wachstumsstrategie“ diskutiert Franz Mathi gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten darüber, warum Investitionen in Innovation für Unternehmen zunehmend zur strategischen Notwendigkeit werden. Im Mittelpunkt stehen Fragen, wie künstliche Intelligenz sinnvoll eingesetzt werden kann, welche Chancen datenbasierte Geschäftsmodelle bieten und weshalb der größte Risikofaktor häufig darin besteht, notwendige Veränderungen aufzuschieben.

Mit Investitionen in Forschung und Entwicklung, dem Ausbau KI-gestützter Systeme und einem breiten Portfolio an Automatisierungslösungen zählt die KNAPP AG zu jenen österreichischen Unternehmen, die den technologischen Wandel in der Logistik aktiv mitgestalten. Die zunehmende Vernetzung von Robotik, Software und Datenanalyse dürfte dabei auch in den kommenden Jahren zu den zentralen Wachstumstreibern der Branche zählen.

Isabella Schöndorfer
Isabella Schöndorfer
Chefredakteurin
Ressorts: Wirtschaft | Politik, Hart | Herzlich, Wert | Voll, Life | Style
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