Was ihn antreibt, ist das Abenteuer: Spürbares Adrenalin, variable Szenarien und die Lust an Grenzerfahrungen. Doch zeitgleich ging es ihm schon immer um Präzision und Funktionalität, um Realitätsnähe und exakte Trefferreichweite. Die Rede ist von Hilmar Pfeiffer, Gründer des beliebten Lazertag-Spielparks in Liebenfels. Dass plötzlich das österreichische Verteidigungsministerium Interesse an seiner ausgeklügelten Lazertag-Technologie zeigte, kam unerwartet. Wir erzählen das neue Kapitel einer außergewöhnlichen Unternehmensgeschichte.
Mit mehr als 30.000 Quadratmetern Spielfläche gehört das Lazertag-Areal in Liebenfels zu den größten und technisch ambitioniertesten Anlagen Europas. Zwei weitläufige Outdoor-Zonen und eine 400-Quadratmeter-Halle bilden die Grundlage für ein Indoor- wie Outdoor-Erlebnis, das primär für Abenteurer entwickelt wurde. Dass das Gelände heute von Polizei- und Militäreinheiten für Trainingszwecke genutzt werden könnte, stand ursprünglich nicht im Businessplan.
„Wir kommen eigentlich aus der Ecke Entwicklung und Abenteuer“, schmunzelt der Unternehmer, der mit seinem Lazertag-Areal auf 1200 Metern Seehöhe schon längst Spielbegeisterte von nah und fern anlockt. Aus allen Teilen Europas kommen Klein und Groß, Sportler wie Abenteurer, die das außergewöhnliche Erlebnis suchen, nach Liebenfels.
Vom Spiel zum Trainingssystem
Begonnen hat alles vor rund zwanzig Jahren. Nach anfänglicher Euphorie störte sich Hilmar Pfeiffer an den Schwächen der damals üblichen Lazertag-Systeme: „Als Spieler ärgerte ich mich bald über unpräzise Treffer, die geringe Reichweite und die fehlende Realitätsnähe. Also setzte ich mir das Ziel, ein System zu entwickeln, das echte Grenzerfahrungen ermöglicht“, erzählt der studierte Mechatroniker aus Deutschland, der in Kärnten heute seine Leidenschaft leben darf: Was zunächst als Abenteuerspiel gedacht war, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem System, das immer mehr professionelle Einsatzkräfte überzeugte.
„Wir bekamen ausschließlich positives Feedback seitens Polizei und Militär – also von Menschen, die bereits viele andere Trainingssituationen kannten und unser System als einzigartig einstuften“, erinnert sich Pfeiffer. Als schließlich das österreichische Verteidigungsministerium Interesse zeigte, das Areal als Einsatztrainingsumgebung zu nutzen, erreichte man das nächste Level in der Kärntner Unternehmensgeschichte.
Überzeugende Technik
Das Herzstück des Systems ist die außergewöhnliche Trefferpräzision: Ein konstanter 25‑Zentimeter-Trefferkegel erfasst Entfernungen von 50 Zentimeter bis 300 Meter und rund 98 Prozent des Oberkörpers. „Die gesamte Region von der Nasenspitze bis zum Oberschenkel zählt zur Trefferzone – optional auch der Kopf. Damit erreicht das System enorme Genauigkeitswerte, die für das Training von taktischen Einsätzen von großer Bedeutung sind. Außerdem ermöglicht das System, Signale sogar durch dickere Hindernisse zu senden, sodass die Nutzer unmittelbar lernen, welche Deckungen tatsächlich sicher sind und welche eigentlich nur optisch schützen“, so Pfeiffer.
Abgerundet wird dies durch eine Trainingseinheit im Format des StG 77, inklusive realistischem Waffenhandling, authentischen Nachladeabläufen und originalgetreuer Bedienlogik. Zudem arbeitet das System mit einem TENS-Modul, das Muskelkontraktionen bei Treffern auslöst. Zwei Intensitätsstufen erzeugen realistischen Stress, ohne zu verletzen. Rückstoß, Mündungsfeuer und lokalisierbarer Schussknall sorgen für authentisches Waffenfeeling, während Handgranaten, Messer und Sprengfallen die Trainingsumgebung vielseitig gestalten.
„All diese Faktoren ermöglichen ein einzigartiges Training, das die Reaktionsfähigkeit unter Belastung aktiv verbessert“, schwärmt Pfeiffer. „Wir bieten realitätsnahe Einsatzszenarien – und zeigen zugleich Innovationsgeist: keine notwendige Schutzkleidung, keine Munition, kein Müll, also keine unnötige Umweltbelastung.“

Lebendige Simulation
Worauf man in Zukunft abzielt, steht bereits fest. Sowohl für Endkunden als auch für Spezialeinheiten plant das Team rund um Hilmar Pfeiffer, das Angebot weiter auszubauen: Real erlebbare Simulationen von Computerspielen oder Fantasy-Settings stehen ebenso auf der Agenda wie neue Module für Polizei und Spezialkräfte. Ein Franchise-Modell ist in Planung – und ein speziell konzipiertes Areal in Klagenfurt könnte sich zum neuen Standort für modernes Sicherheitstraining entwickeln. Die Geschichte ist damit längst nicht zu Ende – ein neues Abenteuer steht Pfeiffer und seinem Team aus begeisterten Tüftlern bevor.
