Die Kärntner Exportwirtschaft hat 2025 eindrucksvoll bewiesen, wie widerstandsfähig sie ist. Nach dem Dämpfer im Vorjahr legten die Warenexporte wieder kräftig zu: Mit einem Plus von 5,1 Prozent erreichten sie ein Volumen von 9,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig kletterte der Außenhandelsüberschuss auf den Rekordwert von knapp 1,7 Milliarden Euro – ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Kärnten.
Die Zahlen zeigen: Kärntens Unternehmen behaupten sich auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten erfolgreich auf den internationalen Märkten. Während weltweit geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise und Handelskonflikte für Unsicherheit sorgen, bleibt die Exportwirtschaft ein zentraler Wachstumsmotor des Landes. „Unsere exportierenden Betriebe beweisen tagtäglich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit“, betont Wirtschaftskammerpräsident und WB-Landesobmann Jürgen Mandl. Gleichzeitig warnt er davor, die positiven Zahlen als Selbstverständlichkeit zu sehen. Hohe Standortkosten, Bürokratie und internationale Unsicherheiten würden den Unternehmen weiterhin viel abverlangen. Entscheidend seien daher wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und offene Märkte.
Das China-Syndrom
Deutschland bleibt mit Exporten von 2,6 Milliarden Euro zwar der wichtigste Handelspartner Kärntens, doch die Dynamik kommt zunehmend aus anderen Regionen. Besonders bemerkenswert entwickelt sich China: Die Exporte dorthin stiegen um fast 24 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Auch Malaysia, Polen, Ungarn und die Schweiz legten deutlich zu. Rückgänge gab es hingegen bei den Ausfuhren in die USA, nach Slowenien und Frankreich.

Sorgenkind Investitionen
Trotz der erfreulichen Bilanz bleibt die Lage anspruchsvoll. Die mengenmäßig nur leicht gestiegenen Exporte und rückläufigen Importmengen deuten darauf hin, dass viele Unternehmen bei Investitionen vorsichtig bleiben. Umso wichtiger werden neue Absatzmärkte und internationale Kooperationen. Das Land Kärnten setzt deshalb gemeinsam mit der Wirtschaftskammer auf die seit Jahren erfolgreiche Exportoffensive sowie auf eine engere Zusammenarbeit mit der Steiermark – etwa durch gemeinsame internationale Standortauftritte wie bei der EXPO 2027 in Belgrad. Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig: „Die aktuelle Entwicklung macht deutlich: Kärntens Wirtschaft ist international wettbewerbsfähig. Damit das so bleibt, braucht es jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Belastungen für Unternehmen und den weiteren Ausbau internationaler Handelsbeziehungen.“
High-Tech aus Kärnten
Zu den wichtigsten Exportgütern zählen weiterhin Maschinen und Anlagen, die allein ein Exportvolumen von rund drei Milliarden Euro erreichen. Überdurchschnittlich entwickelten sich außerdem elektrische Maschinen und Elektrotechnik, Holz und Holzwaren sowie Fleischprodukte. Gerade diese breite Aufstellung macht Kärntens Exportwirtschaft widerstandsfähig. Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU, mahnt weiterhin Unterstützung ein: „Dass unsere Unternehmen ihre Position im Export ausbauen konnten, ist erfreulich. Wir sehen aber auch eine Zurückhaltung bei den Importen und Investitionen, weshalb es wichtig bleibt, Unternehmen beim Zugang zu neuen Märkten gezielt zu unterstützen.“

• Exporte 2025: 9,809 Milliarden Euro (+5,1 %)
• Importe 2025: 8,157 Milliarden Euro (+1,5 %)
• Außenhandelsüberschuss: knapp 1,7 Milliarden Euro (Rekord)
• Wichtigster Exportmarkt: Deutschland (2,618 Mrd. Euro)
• Größter Wachstumsmarkt: China (+23,9 %)
• Wichtigste Exportbranche: Maschinen- und Anlagenbau (rund 3 Mrd. Euro Exportvolumen)
Hier gibt es die detaillierte Export-Info zum Download.
