650 MitarbeiterInnen aus ganz Österreich in der Kartei, tägliche Bewerbungen und eine klare Vision von moderner Führung: Mit UNIKAT Events hat Nika Basic ein Unternehmen geschaffen, das für viele junge Menschen erster Job, Lernraum und Sprungbrett zugleich ist. Im Gespräch erzählt die Unternehmerin, warum Mitarbeiterführung für sie mit Vertrauen, Entwicklung und Gemeinschaftssinn beginnt.
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M.U.T.: „Geht nicht, gibt’s nicht“ – klingt nach Motto, ist bei Ihnen aber Geschäftsmodell. Wie hat die Geschichte von UNIKAT begonnen?
Nika Basic: Mit ein paar Einsätzen im Monat, meiner Schwester und Freunden als Crew und mit sehr viel Bauchgefühl. Im Juli wird meine Agentur 12 Jahre alt – dass daraus einmal eine Full-Service-Agentur mit 650 Personen in einer Kartei wird, war für mich damals nicht absehbar. Ich habe ein JUS Studium abgeschlossen und wollte eigentlich Richtung Journalismus und PR. Parallel habe ich immer auf Events, in der Gastronomie und Promotion gearbeitet. Irgendwann habe ich gemerkt: Ich will selbst Teams führen. Ich will, dass vor Ort alles funktioniert. Mein Zugang war damals und ist heute: „Geht nicht, gibt’s nicht“. Aktuell unterstützen wir Veranstaltungen, Caterings und Gastronomie mit Personal, stellen PromotorInnen, Hostessen und Messebetreuung. Ich würde sagen, ich finde für jede Anfrage die richtige Person.
Sie führen nicht nur eine Agentur, sondern sind für viele junge Menschen der erste Kontakt zur Arbeitswelt. Wie bewusst nehmen Sie diese Rolle wahr?
Sehr bewusst. Vielleicht bewusster, als man glauben mag. Für viele ist ein Einsatz bei uns der erste Job überhaupt. Diese Erfahrung prägt, wie jemand Arbeit später wahrnimmt. Ich vermittle ganz bewusst Dinge wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Motivation und vor allem: Leistung zahlt sich aus. Und ich mache ihnen klar, dass sie Verantwortung tragen. Wir treffen uns regelmäßig zum Kennenlernen – ich stelle die Agentur vor, erkläre Abläufe, höre zu und versuche, mir Namen, Gesichter und Geschichten zu merken. Natürlich hilft mir mittlerweile eine Software, aber das meiste habe ich im Kopf: Wer ist mit wem befreundet, wer hat wo schon gearbeitet, wer hat welches Potenzial. Ich will, dass sie spüren: Sie sind Teil von etwas.
Sie sprechen von einer Community. Warum?
Weil junge Menschen Zugehörigkeit suchen. Viele sprechen über die Generation Z, als wäre das ein Problem. Ich sehe eher ein Bedürfnis: Anschluss, Austausch und Gemeinschaft. Deshalb machen wir Team-Partys, gründen einen UNIKAT Athletic Club. Ich denke ständig über neue Formate nach. Das bindet.
Vom Flyer zur Karriere: Was lernen junge Menschen bei UNIKAT fürs Leben?
Dass sich Leistung lohnt. Regeln sind nicht gegen dich, sondern sorgen für ein gutes Miteinander. Ehemalige MitarbeiterInnen sagen mir heute, wo sie fest im Berufsleben stehen, dass sie auch immer meine Strenge geschätzt haben. Ich erwarte mir von allen MitarbeiterInnen, dass sie Verantwortung übernehmen, denn alle tragen zum Ruf meiner Agentur bei. Ich erwarte mir immer das Beste – und das kommuniziere ich vom ersten Treffen an sehr klar. Hier lernen sie Dinge, die in keinem Lehrbuch stehen: Auftreten, Kundenkontakt, Teamarbeit und Eigenverantwortung.

Wie koordiniert man so ein großes Team überhaupt?
Mit jeder Menge Struktur und Persönlichkeit! Im Allgemeinen kommunizieren wir über WhatsApp Gruppen, seit Anfang 2025 läuft die gesamte Einsatzplanung und Personalabwicklung zusätzlich über eine Software. Das war ein wichtiger, großer Schritt, der mir die Organisation enorm erleichtert – moderne Führung passiert für mich aber trotzdem im persönlichen Austausch. Das betrifft auch meine KundInnen: Feedback – positiv oder kritisch – wird von mir immer direkt und offen angesprochen.
Es heißt oft, Jugendliche seien weniger leistungsbereit. Wie können Sie diesem Glaubenssatz widersprechen?
Weil es nicht stimmt. Sie sind sehr wohl leistungsbereit – wenn es Sinn ergibt. Junge Leute rechnen. Sie wollen, dass sich ihr Einsatz auszahlt. Und ehrlich? Ich finde das sehr nachvollziehbar! Um uns herum wird ständig „Arbeits-Bashing“ betrieben. Man spricht von Überlastung, schlechter Bezahlung, Sinnlosigkeit, Unsicherheit – und das färbt eben ab. Wenn wir Arbeit ständig einen negativen Rahmen geben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn junge Menschen skeptisch werden. Es fehlt in vielen Bereichen an Anreizen und modernen Regelungen. Wir müssen endlich positiv über Leistung sprechen.
Was ist die Währung junger MitarbeiterInnen?
Teamspirit und Flexibilität – noch vor Geld. Natürlich muss die Bezahlung stimmen, aber was junge Menschen langfristig bindet, sind Anerkennung und Wertschätzung. Das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Viele MitarbeiterInnen, die schon lange bei UNIKAT sind, wissen: Ich setze mich für sie ein – und das kommt zurück.

Viele Betriebe klagen über Fachkräftemangel. Wie sieht Ihr Recruiting aus?
Ich mache eigentlich gar kein Recruiting. Wir wachsen über Empfehlungen – MitarbeiterInnen bringen FreundInnen, Bekannte oder Geschwister mit. Ich glaube, zu viele Unternehmen suchen nach Personal, aber zu wenige kümmern sich um Menschen.
Sie sind auch Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Kärnten und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten. Was braucht ein attraktiver Arbeitsmarkt Ihrer Meinung nach?
Respekt, Geduld und moderne Zugänge. Viele UnternehmerInnen unterschätzen, wie wichtig Zuhören geworden ist. Gerade durch die Digitalisierung ist das Persönliche viel wertvoller geworden. Wer junge Menschen für sein Unternehmen gewinnen will, darf sie nicht nur als Personalproblem betrachten, sondern als Menschen, die ihren Beitrag zu etwas leisten. Einfach gesagt: Man muss sie so behandeln, dass sie bleiben wollen. Nicht müssen.
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Ich möchte mehr sein als eine Agentur. Ich will eine Community aufbauen, in der junge Menschen wachsen können – mit Weiterbildung, Mentoring und Chancen. Ich möchte ein Anreizsystem innerhalb der Agentur schaffen und mehr gemeinsame Aktivitäten planen. Regelmäßig Sport, gemeinsame Serviceschulungen und Kooperationen mit verschiedenen Institutionen, die jungen Menschen zeigen, was sie später alles werden und machen können. Mein Ziel ist es, das ultimative Vorbild zu sein.
Fotocredit: Christian Gössler, Walter Elsner
