Gelungene Betriebsnachfolge im Ingenieurbüro

Simone Spitzer, Geschäftsführerin von Spitzer Engineering in Vorau, gewann den Follow me Award 2025 der Wirtschaftskammer Steiermark. Die Nachfolgerin des Jahres weiß genau, was es für eine erfolgreiche Zukunft braucht.

Mit genau 3285 Stimmen wurde Simone Spitzer aus Vorau in der Oststeiermark  zur „Nachfolgerin des Jahres 2025“ gekürt. Die Resonanz zeigt, wie stark das Unternehmen in der Region verwurzelt ist und wie sehr es geschätzt wird, wenn Verantwortung mit Weitblick weitergegeben wird.

Technik mit Haltung

Die ausgebildete Verfahrenstechnikerin leitet seit 2024 das Familienunternehmen Spitzer Engineering in Vorau. Dort verbindet sie Forschung, Führung und Feingefühl zu einem beeindruckenden Ganzen.

Viele Menschen vor einem modernen Betriebsgebäude
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Spitzer Engineering rund um Simone Spitzer und Vater Herbert Spitzer blicken mit großem Optimismus in die Zukunft. Foto: Spitzer

Mit mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt Spitzer Engineering zu den größten Ingenieurbüros Österreichs – und ist damit ein Paradebeispiel dafür, wie Hightech und Menschlichkeit gemeinsam Zukunft schaffen.

Vom Labor in die Geschäftsführung

Simone Spitzer ist mit der Firma aufgewachsen und das Ingenieurbüro war immer Teil ihres Alltags. Vielleicht führten sie genau deshalb ihre ersten Schritte bewusst weg von zu Hause: Biotechnologie in Tulln, Verfahrenstechnik in Wien inklusive Doktorat.

„Ich habe gesehen, wie Simone Schritt für Schritt in das Unternehmen hineingwachsen ist. Heute führt sie den Betrieb zielstrebig und fleißig, was mich sehr stolz macht.“ Herbert Spitzer

Doch weil die Universität sie nicht auslastete, stieg sie parallel dazu in die Spitzer Engineering-Forschung und in Projekte ihres Vaters ein. Der Reiz lag darin, dass Themen aus der Wissenschaft auf Fragestellungen aus der Praxis treffen.

Ein Herr und eine Dame lächeln in die Kamera
2024 übernahm Simone Spitzer die Mehrheit des Unternehmens von ihrem Vater Herbert. Foto: Spitzer

So wurde aus dem Nebenbei eine Entscheidung: Die Forschung blieb, die Geschäftsführung kam dazu. 2020 begann sie im Leitungsteam, 2024 übernahm die heute 34-Jährige die Mehrheit von ihrem Vater Herbert.

Innere Stärke als Basis

Unter ihrer Leitung wurden Prozesse digitalisiert, Strukturen neu gedacht und die Forschungsarbeit intensiviert. Ähnlich wie bei ihrem Vater gilt die Leidenschaft von Simone Spitzer nicht nur der Technik, sondern vor allem den Menschen dahinter. Dem Team, das sie auf Augenhöhe führt, den Jugendlichen, die sie über HTL-Projekte oder Girls’ Days für Technik begeistert, und den Kundinnen und Kunden, die von präziser Planung und ehrlichem Austausch profitieren.

Eine Dame im Gespräch mit einem Herrn
Simone Spitzer ist im regelmäßigen Austausch mit ihren MitarbeiterInnen. Foto: Spitzer

„Innere Stärke ist die Basis. Erst daraus gelingt nach außen Großes“, so Simone Spitzer, die diese Haltung jeden Tag vorlebt: Ob im Unternehmen, bei Innovationsworkshops oder bei einem Firmenlauf – sie schafft Orte, an denen ihre Begeisterung ansteckt. Jüngstes Projekt ist die Organisation des Spitzer Engineering Innovation Awards bei dem Maturantinnen und Maturanten mit ihren innovative Projekte von den Vorhang gebeten werden.

„Technik begeistert mich. Aber die Menschen sind es, die den Unterschied machen.“ Simone Spitzer

Neue Technologien ausprobieren

Für die Zukunft plant sie, die Forschung im Unternehmen weiter auszubauen und die Standorte Vorau, Graz und Wiener Neustadt zu verstärken: „Wir haben immer davon profitiert, dass Menschen lange im Unternehmen tätig sind. Diese Kultur möchte ich weitertragen – und zugleich neue Technologien mutig ausprobieren.“

Forschung als Innovationsmotor

Nominiert wurde die Gewinnerin von Simone Pfeiffer, Leiterin der WKO Regionalstelle Hartberg-Fürstenfeld: „Simone Spitzer verbindet technologisches Know-how mit Leadership. Sie etabliert Forschung als Innovationsmotor und prägt eine Unternehmenskultur der Wertschätzung. Damit ist sie ein starkes Vorbild – für die regionale Wirtschaft ebenso wie für junge Frauen in der Technik.“

Eine Dame in einem Büro
Simone Spitzer lenkt seit 2024 als Nachfolgerin ihres Vaters Herbert Spitzer die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Foto: Spitzer

Dass sie mit beiden Beinen im Leben steht, merkt man in jedem Satz: „Verantwortung wächst, sie fällt nicht vom Himmel. Ich durfte hineinschnuppern, ausprobieren, lernen. Heute weiß ich: Forschergeist und Führungskraft gehören für mich zusammen“, so Simone Spitzer. Mit dem Gewinn des Follow Me Award zeigt Simone Spitzer, dass echte Innovation in der Verbindung von Herz und Hirn entsteht – und dass selbst Hightech menschlich bleiben kann.

Diese Kompetenzen will Simone Spitzer auch als Bezirksvorsitzende-Stellvertreterin von Frau in der Wirtschaft an ihre Unternehmerkolleginnen weitergeben, zudem engagiert sie sich ehrenamtlich auch im Fachgruppenausschuss der Ingenieurbüros in der Wirtschaftskammer Steiermark.

Über den Follow Me Award

Bis 2029 stehen in der Steiermark beeindruckende 6400 Arbeitgeberbetriebe vor der spannenden Herausforderung der Betriebsnachfolge. Und mit ihnen sind rund 80.000 Arbeitsplätze direkt verbunden – eine gewaltige Verantwortung! Genau hier setzt die innovative Initiative Follow me an. Sie bildet eine Brücke zwischen scheidenden Unternehmern und aufstrebenden Nachfolgern, unterstützt durch ein starkes Netzwerk von Partnern mit viel Erfahrung in der Betriebsnachfolge.

Alfred Mayer
Alfred Mayer
Autor | Steiermark
Ressorts: Nah | Fern, Schaffens | Kraft, Hart | Herzlich

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