„Es fühlt sich richtig an, meiner Vision hier Raum zu geben“

Unternehmerin Sabrina Katzenberger hat es immer in die Welt hinausgetragen. Verschiedene berufliche und private Stationen in ihrem Leben haben sie nach vielen Jahren dennoch zurück in ihre Heimat nach Moosburg in Kärnten geführt. Hier hat sie mit „ANIMA“ einen Raum geschaffen, der bewegt: Als Yogastudio, als place to be für Events, als Ort der Gemeinschaft, des Zusammenhalts. Wie sie auch abseits der Yogamatte etwas bewegen will, erzählt sie uns im Interview. 

M.U.T.: Wie ist die Idee für das Yogastudio ANIMA entstanden?

Sabrina Katzenberger: Die Idee ist weniger entstanden, als dass sie zu mir gekommen ist. Tief im Inneren war schon immer der Wunsch da, etwas zu bewegen, mehr zu schaffen, meine eigene Chefin zu sein. Als ich den Raum das erste Mal betrat, war mir klar, dass ich hier meine Vision verwirklichen kann: In meiner Heimat, mit all meiner Seele. So kam es auch zu dem Namen „ANIMA“, der übersetzt aus dem Lateinischen „Seele“ bedeutet.

Im ANIMA schaffen Sie „Raum für Bewegung“. Wie wichtig ist es Ihnen, als Unternehmerin auch abseits der Yogamatte etwas zu bewegen?

Im Grunde ist es genau das, was meine Arbeit ausmacht. Durch die Bewegung die wir im Innen erzeugen, bewegt sich auch sehr viel im Außen. Eine der bekanntesten Aussagen im Yoga ist: „Wie du auf der Matte stehst, so stehst du auch im Leben“. Unsere innere Ausrichtung ist ein zentraler Punkt – Teile von uns kennenlernen, alte Wunden heilen, einen gesunden Umgang mit uns selbst schaffen und schlussendlich die Liebe füreinander wieder finden – gerade in einer Zeit, in der viel Zerstörung, Angst und Sorgen unseren Alltag beherrschen. So könnte auf kurz oder lang eine Welt entstehen, die für Frieden und ein gutes Miteinander steht. Das ist Teil meiner Vision, die ich zum Beispiel mit unserem Kleidertausch verwirkliche. In Kooperation mit Sophie Meierhofer von der „Kleine Freiheit“ veranstalten wir zwei Mal pro Jahr einen Kleidertausch, bei dem nicht mehr getragene Stücke kostenlos ihre BesitzerInnen wechseln können.

Sabrina Katzenberger, ANIMA
Sabrina Katzenberger will mit ihrem Yogastudio auch abseits der Matte etwas bewegen.

Sie waren innerhalb der Gemeinde Moosburg an verschiedenen Veranstaltungen beteiligt. Was motiviert Sie dazu?

Es hat mich zwar immer in die weite Welt hinausgetragen, jedoch spürte ich immer eine starke Verbindung zu meinem Zuhause Moosburg, in dem ich aufgewachsen bin. Es fühlt sich für mich einfach richtig an, in diesem Ort meiner Vision Raum zu geben. In Moosburg sind die BürgerInnen daran interessiert, dass Wachstum und Entwicklung passieren. Man spürt, dass sich die Gemeinde entwickelt. Ich habe das Bedürfnis, noch mehr dazu beizutragen.

Sie bieten in Ihrem Studio auch andere Events an. Warum haben Sie sich entschlossen, Ihr Angebot zu erweitern?

Yoga hat viele Facetten und bietet viele Möglichkeiten. Ich hatte den Wunsch, mich selbst wieder mehr mit der Natur zu verbinden und das auch anderen näher zu bringen. Auch wenn es die Gesellschaft noch nicht ganz zu lässt, dass wir uns unseren Naturgegebenheiten hingeben und uns dafür öffnen, möchte ich Menschen einen Raum bieten, diese alten Bräuche neu kennenzulernen. Zeit für sich finden, durchzuatmen. Weg von dem Gedanken, alles allein schaffen zu müssen. Wir Menschen sind nicht dafür gemacht – wir brauchen unser „Dorf“, unsere Gemeinschaft. Man tauscht sich aus und unterstützt sich – dazu möchte ich einladen: Zusammen ist man einfach mehr!

Sabrina Katzenberger, Inhaberin Yogastudio ANIMA

Ich weiß, dass es oft belächelt wird, Gefühlen im Rahmen von Ritualen oder (Frauen)Kreisen Raum zu geben. Ich weiß aber auch um die immense Kraft, die eine Gruppe von Menschen aufbringen kann – das ist für unser alltägliches und berufliches Leben sehr wichtig.Sabrina Katzenberger

Welchen Tipp haben Sie für andere JungunternehmerInnen, um ihre Träume zu verwirklichen?

Just go for it! Wenn eine Idee im Herzen ist und umgesetzt werden will, dann muss man dafür losgehen und einen Raum öffnen, dann werden sich Wege zeigen, in die man sich entwickelt.

Sie sind gerade dabei, eine OG zu gründen. Was sind die Beweggründe?

Mit meiner Business-Partnerin Caroline Leixner lebe ich gerade das, wofür das ANIMA steht: Miteinander sind wir mehr. Ich bin der Meinung, dass wir alle viel zu individuell versuchen, etwas zu erschaffen. Vor allem wir Frauen neigen dazu, dass wir glauben, alles allein in einer männerdominierten Welt schaffen zu müssen, um uns einen Namen zu machen. Ich habe gemerkt, dass sich das Studio so entwickelt, dass es einer zweiten Person bedarf, die mit ganzem Herzen an Bord ist, da ich an meine persönlichen Grenzen kam – die beste Entscheidung überhaupt!

Wie schaffen Sie es, Ihren Rollen als Mutter, Unternehmerin und Frau gerecht zu werden?

Ganz ehrlich? Gar nicht. Ich werde diesen Rollen, die uns Frauen auferlegt werden, zu keinem Zeitpunkt gerecht. Mehr Herausforderungen machen uns nicht zu besseren Menschen. Es gibt viele Tage, an denen ich zweifle. Und doch liebe ich, was ich tue. Paradox? Ist es manchmal. Aber ich glaube, dass der ehrliche Umgang mit unserem täglichen Tun dazu führt, dass wir mehr Gemeinsames schaffen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Für das ANIMA habe ich viele Projekte in Aussicht. Ich möchte meine Reiselust mit meiner Arbeit verbinden und so entstehen gerade tolle Retreats im In- und Ausland. Außerdem möchten wir unser Team erweitern, auch ein Buchprojekt ist in Planung, ein Podcast soll entstehen – ich strotze nur so vor Ideen. Auch zu den 1:1 Nuad Thai-Behandlungen möchte ich noch mehr Menschen einladen, diese Art der Berührung auszuprobieren. Eines ist mir persönlich enorm wichtig: Mehr qualitätsvolle Zeit mit Menschen zu verbringen, die ich in mein Leben ziehe. Denn neben allem, was wir täglich tun, ist es doch die Zeit, die unser größtes Geschenk ist.

Weitere Informationen und Anmeldungen zu den Kursen: http://www.anima-yoga.at

Fotos: Sabrina Katzenberger/KK

M.U.T.iger

Österreich ist mit Begeisterung der Musterschüler der EU: Bei uns ist sogar die Inflation doppelt so hoch wie im Rest Europas.

M.U.T.letter

Wissen, was die Kärntner Wirtschaft bewegt:

Das könnte Sie auch interessieren