Damit bekommen Sie mehr Sichtbarkeit für Ihr Unternehmen

Gehört Social Media Marketing in jede Sichtbarkeitsstrategie? Dieser Frage ist das M.U.T.-Magazin nachgegangen. Eine Social Media-Expertin aus der Steiermark, Ilijana Haimann, und eine aus Kärnten, Delphine Rotheneder, wurden dazu getrennt voneinander befragt.

M.U.T.: Was bedeutet eine erfolgreiche Social-Media-Strategie für Unternehmen heute?

Ilijana Haimann: Eine erfolgreiche Social-Media-Strategie verbindet die Werte und Ziele eines Unternehmens mit Inhalten, die für die Zielgruppe relevant sind. Entscheidend ist, dass Social Media nicht nur bespielt wird, sondern messbar zur Sichtbarkeit, Markenbildung oder Kundengewinnung beiträgt. Bei EinzelunternehmerInnen spielen sowohl die Person selbst als auch ihre Persönlichkeit eine zentrale Rolle.

Delphine Rotheneder: Eine erfolgreiche Social-Media-Strategie bedeutet heute nicht mehr, möglichst oft zu posten oder jedem Trend hinterherzulaufen. Sie bedeutet Klarheit darüber, wer man ist, wen man erreichen will und warum man sichtbar sein möchte. Erst wenn diese Basis steht, machen Formate, Plattformen oder Frequenzen überhaupt Sinn. Erfolgreich ist eine Strategie dann, wenn sie zu den Menschen im Unternehmen und zur Zielgruppe passt, langfristig umsetzbar ist und Vertrauen aufbaut, nicht nur Reichweite. Social Media ist kein Sprint, sondern Beziehungsarbeit.

Welche Rolle spielt Social Media im Marketing-Mix eines Unternehmens?

Delphine Rotheneder: Social Media ist heute weit mehr als ein zusätzlicher Marketingkanal. Es ist oft der erste Berührungspunkt zwischen Unternehmen und potenziellen KundInnen, MitarbeiterInnen oder PartnerInnen. Menschen informieren sich nicht mehr nur über Websites oder Broschüren, sondern über Profile, Inhalte und Tonalität. Social Media zeigt, wie ein Unternehmen denkt, kommuniziert und handelt. Im Marketing-Mix übernimmt Social Media deshalb eine verbindende Rolle zwischen Marke und Mensch, Angebot und Gefühl, Information und Vertrauen.

Die Social-Media-Expertin Ilijana Haimann, eine lächelnde Frau mit langen braunen Haaren, macht ein Selfie mit ihrem Smartphone. Sie trägt ein grünes Oberteil und eine schwarze Jacke und hebt mit der freien Hand leicht ihre Haare an.
Ilijana Haimann ist selbstständige Social-Media-Expertin aus der Steiermark. Foto: Nicole Seiser

Ilijana Haimann: Social Media ist heute für viele Unternehmen ein zentraler Touchpoint: oft sogar der erste. Kurzvideos spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie schnell Aufmerksamkeit erzeugen und Vertrauen aufbauen. Bevor KundInnen buchen oder kaufen, werfen sie meist einen Blick auf Website, Social-Media-Profile und Google-Bewertungen. Social Media entscheidet daher maßgeblich über den ersten Eindruck und das Vertrauen.

Wie individuell müssen Social-Media-Strategien für eine gute Wirksamkeit sein?

Ilijana Haimann: Sehr individuell, denn was z.B. für ein Hotel funktioniert, passt nicht automatisch für einen Onlineshop oder eine Einzelunternehmerin. Entscheidend sind Branche, Zielgruppe, Ziele, zeitliche Ressourcen und Budget. Eine gute Strategie berücksichtigt außerdem, ob organischer Content, bezahlte Werbung (Meta Ads) oder eine Kombination sinnvoll ist.

Delphine Rotheneder: Gerade in Zeiten von KI darf man sich nicht austauschbar machen. Standardlösungen funktionieren im Social-Media-Bereich nicht nachhaltig, denn sie gehen in der Masse unter. Es wirkt, wer individuell auffällt – besser Ecken und Kanten präsentieren und damit polarisieren, als “brave” Inhalte teilen, die am Ende niemanden ansprechen. Jedes Unternehmen, jeder Mensch bringt andere Werte, Ressourcen, Zielgruppen und Persönlichkeiten mit. Eine gute Strategie berücksichtigt genau diese Einzigartigkeit, die die NutzerInnen heutzutage sehen wollen.

Die Social Media Expertin Delphine Rotheneder, eine lächelnde Frau mit schulterlangen braunen Haaren, steht entspannt an einem hohen Holztisch. Sie trägt ein schwarzes Oberteil, einen hellen Blazer und Jeans und hält ein Smartphone in der Hand.
Delphine Rotheneder aus Kärnten berät als selbstständige Social-Media-Managerin Unternehmen bundesweit. Foto: rothi.media/diaurra

Welche Social-Media-Trends sind 2026 wirklich relevant?

Delphine Rotheneder: Was 2026 wirklich zählt, ist eine klare Haltung und Qualität bei den Inhalten, statt bei der Verpackung. Relevant sind vor allem: Echte Geschichten statt austauschbarer Inhalte, persönliche Einblicke statt Hochglanz, klare Positionierung statt Beliebigkeit.
Menschen sehnen sich nach Orientierung, Ehrlichkeit und Verbindung. Unternehmen, die das verstehen und den Mut haben, sich klar zu zeigen, werden sichtbar bleiben – unabhängig vom Algorithmus.

Ilijana Haimann: Relevant bleiben Inhalte, die authentisch wirken und einen klaren Mehrwert bieten. Menschen wollen Inhalte, die ihnen konkret weiterhelfen. Besonders gefragt sind Kurzvideos, die Mehrwert, echte Einblicke, Statements und Behind-the-Scenes zeigen, statt perfekt inszeniert zu sein. Kurzvideos sind dabei kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristig wirksames Format, um Unternehmen sichtbar zu machen und Botschaften klar zu kommunizieren. Reine Trendkopien ohne Bezug zum eigenen Unternehmen verlieren weiter an Wirkung.

Bist du „Team KI-generiert“ oder „Team authentisch“, was Social-Media-Inhalte betrifft?

Ilijana Haimann: Ganz klar Team authentisch, aber mit sinnvoll eingesetzter KI als Unterstützung. KI-Tools können bei Ideenfindung, Content-Erstellung, Struktur oder bei der Foto- und Videobearbeitung helfen, sollten aber nicht die Persönlichkeit ersetzen. Rein KI-generierte Texte wirken oft austauschbar und werden von Leser/innen schnell als solche erkannt, besonders bei persönlichen oder vertrauensbasierten Inhalten ist Echtheit entscheidend.

Delphine Rotheneder: Ich bin eindeutig Team authentisch, aber gerne mit sinnvoller KI-Unterstützung. KI kann Prozesse erleichtern, Ideen strukturieren und Zeit sparen. Aber sie darf niemals die eigene Haltung, Persönlichkeit oder Stimme ersetzen. Social Media lebt von Menschen, nicht von perfekten Texten. KI darf im Entstehungsprozess von Postings immer nur ein Werkzeug bleiben – darf aber niemals selbst zum Creator werden, sondern sehen wir bald nur mehr Einheitsbrei und Wiederholung. Die Verantwortung für Inhalte, Tonalität und Wirkung bleibt immer beim Menschen.

Ist Social Media für jedes Unternehmen ein Must-have oder manchmal auch ein Nice-to-have?

Delphine Rotheneder: Social Media ist kein automatisches Must-have, aber in der bewussten Nutzung liegt eine große Chance. Nicht jedes Unternehmen muss auf jeder Plattform präsent sein, sollte sich aber die Frage stellen: Wo informieren sich unsere Zielgruppen – und wie möchten wir dort wahrgenommen werden? Manchmal ist Social Media ein strategischer Wachstumstreiber. Manchmal ein ergänzender Kommunikationskanal. Entscheidend ist nicht das ‚Ob‘, sondern das Warum und Wie.

Ilijana Haimann: Für Unternehmen, die online sichtbar sein oder neue KundInnen gewinnen möchten, ist Social Media in den meisten Fällen ein Must-have. Wer dort nicht präsent ist, wird oft schlichtweg übersehen. In wenigen Fällen kann es ein Nice-to-have sein, z. B. bei rein offline-orientierten Geschäftsmodellen mit bestehender Stammkundschaft.


Ilijana Haimann
Hauptplatz 9, 8692 Neuberg an der Mürz
office@contentparadies.com
https://contentparadies.com/


Delphine Rotheneder
Pappelweg 30a, 9061 Klagenfurt am Wörthersee
hello@rothi.media
https://www.rothi.media/

Hier geht es zu einem weiteren Beitrag über Delphine Rotheneder.

Nora Edelsbacher
Nora Edelsbacher
Autorin | Steiermark
Ressorts: Hart | Herzlich, Schaffens | Kraft, Life | Style
edelsbacher@mut-magazin.at

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