Volkswagen, Audi, Seat und Cupra haben in der Villacher Handwerksstraße ein gemeinsames Zuhause. Auch Škoda ist hier bei Servicebesuchen herzlich willkommen. Doch wer bei Wiegele von Familie spricht, meint weit mehr als die Marken unter einem Dach. Unweit jener Stelle, an der die Gail in die Drau mündet, lebt eine Unternehmerfamilie seit mittlerweile 140 Jahren ihren beruflichen Traum – gemeinsam mit mehr als 100 MitarbeiterInnen, langjährigen KundInnen und WegbegleiterInnen.
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Von der Schmiede zum Mobilitätsunternehmen
1886 begann eine Geschichte, deren Fortsetzung damals kaum vorhersehbar gewesen sein dürfte. Fahrräder und Landmaschinen standen am Anfang, heute dreht sich bei Wiegele alles um Pkw, Lkw, Service und moderne Mobilität. Dazwischen liegen 140 Jahre technischer Entwicklung, wirtschaftlicher Umbrüche und unternehmerischer Entscheidungen.
Dass ein Familienunternehmen eine derart lange Zeitspanne nicht nur übersteht, sondern sich immer wieder neu positioniert, ist alles andere als selbstverständlich. Für Hannes und Thomas Wiegele liegt ein wesentlicher Teil des Erfolgs in einem Verständnis von Unternehmertum, das langfristiger denkt als bis zum nächsten Geschäftsjahr.
„Wir alle sind enorm stolz, dass unser Familienunternehmen durch so viele Generationen erfolgreich geführt wurde“, sind sich Vater Hannes und Sohn Thomas Wiegele einig. Dabei umfasst der Begriff Familie bei Wiegele einen deutlich größeren Kreis. Mehr als 100 MitarbeiterInnen gehören heute zum Unternehmen, viele von ihnen bereits seit Jahren. Hinzu kommen KundInnen und GeschäftspartnerInnen, deren Verbindung zum Haus teilweise ebenfalls über Generationen reicht.
Kurze Wege, lange Beziehungen
Gerade in einer Branche, die derzeit einen tiefgreifenden Wandel erlebt, kann diese Kontinuität ein Wettbewerbsvorteil sein. Elektromobilität, Digitalisierung, neue Antriebstechnologien und veränderte Erwartungen der KundInnen stellen heimische Autohäuser vor Aufgaben, die weit über den klassischen Fahrzeugverkauf hinausgehen.
Bei Wiegele setzt man dabei auf eine Kombination aus gewachsenen Strukturen und Anpassungsfähigkeit. Die Geschäftsführung ist unmittelbar im Haus, Entscheidungen können auf kurzen Wegen getroffen werden. Gleichzeitig ist das Unternehmen groß genug, um ein breites Leistungsspektrum abzudecken.
Der ursprüngliche Auftrag ist dennoch erstaunlich konstant geblieben: Menschen mobil zu machen. Nur die Möglichkeiten dafür haben sich grundlegend verändert. Aus der einstigen Schmiede wurde ein modernes Mobilitätsunternehmen, aus vergleichsweise einfacher Fahrzeugtechnik ein hochdigitalisiertes Arbeitsfeld. Werkstätten benötigen heute ebenso viel technisches Know-how wie digitale Kompetenz.
Für Thomas Wiegele bedeutet Tradition daher nicht, Bestehendes unverändert fortzuführen. Vielmehr gehe es darum, offen für Entwicklungen zu bleiben und gemeinsam mit den KundInnen passende Lösungen zu finden. Das 140-Jahr-Jubiläum versteht er deshalb nicht nur als Rückblick: „Das Jubiläum ist auch ein Auftrag für die Zukunft.“

Ein Kaffee zwischen Audi und Volkswagen
Dass man bei Wiegele manches ein wenig anders interpretiert, zeigt auch ein Bereich, der auf den ersten Blick wenig mit Motoren, Werkstätten oder Fahrzeugverkauf zu tun hat. Mit dem Café La Famiglia wurde am Standort von drive Wiegele bewusst ein Ort geschaffen, der die klassische Wartezone eines Autohauses hinter sich lässt.
Statt Loungegarnitur und Kaffeeautomat entstand beim Einzug in die neuen Räumlichkeiten eine Art „neutrale Zone“ zwischen den modernen Schauräumen. Das La Famiglia Gate bettet sich in das Autohaus ein, ohne ausschließlich dessen KundInnen vorbehalten zu sein. Willkommen ist, wer Zeit mitbringt – für einen Kaffee ebenso wie für eine kurze Pause, ein Gespräch oder eine Geschäftsbesprechung.
Gerade für UnternehmerInnen ist die Idee durchaus interessant: Ein Autohaus wird damit nicht nur zum Ort, an dem Fahrzeuge gekauft oder serviciert werden, sondern auch zu einem Treffpunkt. Aus Wartezeit kann Gesprächszeit werden. Und aus einem funktionalen Raum ein Platz, an dem Menschen gerne länger bleiben als unbedingt notwendig.
Der Name „La Famiglia“ ist Programm und passt damit ziemlich gut zu einem Unternehmen, das den Familienbegriff seit Generationen weit fasst.
140 Jahre und kein Stillstand
Die Geschichte von Wiegele lässt sich auch als Beispiel dafür lesen, wie sich Familienunternehmen über Generationen behaupten können. Nicht indem sie Veränderungen ausblenden, sondern indem sie entscheiden, welche Werte bleiben und wo Veränderung notwendig ist.
In der Automobilwirtschaft ist diese Fähigkeit derzeit besonders gefragt. Die Transformation hin zu neuen Antrieben verändert nicht nur Fahrzeuge, sondern Geschäftsmodelle, Infrastruktur und Anforderungen an MitarbeiterInnen. Gleichzeitig bleibt Mobilität ein wesentlicher Faktor für Unternehmen und Wirtschaftsstandorte.
Für Wiegele bedeutet das Jubiläumsjahr deshalb beides: innehalten und weitermachen. Stolz auf das Erreichte und Dankbarkeit gegenüber jenen, die den Weg begleitet haben, stehen für Thomas Wiegele im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll das Jubiläum Gelegenheit bieten, genau diese Menschen zusammenzubringen.
Zwei Tage für „La Famiglia“
Den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet am 18. September ab 18 Uhr das „140 Jahre Wiegele Evening Event“ bei drive Wiegele. Unter dem Motto „Eat, Drink, Sound, Talk“ wird das Autohaus für einen Abend zur Veranstaltungslocation. Antenne Kärnten begleitet den Abend mit einem DJ, Ben Hyven tritt als „Rockstar of Magic“ auf, dazu kommt eine Rettl Fashion Show. Volkswagen, Audi und Cupra sind als Special Guests vertreten.
Am 19. September von 10 bis 15 Uhr öffnen schließlich drive Wiegele und Wiegele Trucks ihre Türen für ein breites Publikum. Die beiden Bereiche werden extra für den Tag der offenen Tür durch eine Fußgängerbrücke miteinander verbunden. Auf dem Programm stehen unter anderem die Kanaltaler Volksmusi, eine Lkw-Leistungsschau beziehungsweise Modell-Lkw, das Wiegele Museum sowie Tret-Gocarts, Hüpfburg, Schießbude und Nagelstöcke. Für Kulinarik sorgen unter anderem die Feldküche des Roten Kreuzes und Eis von Eislisl.
Damit richtet sich der zweite Jubiläumstag bewusst nicht nur an eingefleischte Autofans. Familien, KundInnen, GeschäftspartnerInnen, MitarbeiterInnen und langjährige WegbegleiterInnen sollen zusammenkommen.
Eine Familie in Bewegung
140 Jahre Unternehmensgeschichte lassen sich kaum auf einzelne Fahrzeuge, Marken oder Generationen reduzieren. Sie erzählen vielmehr davon, wie sich ein Betrieb immer wieder an neue wirtschaftliche und technische Rahmenbedingungen angepasst hat, ohne seinen familiären Charakter aufzugeben.
Vielleicht ist genau das die bemerkenswerteste Konstante in der Handwerksstraße: Während sich Fahrzeuge, Antriebe und Technologien laufend verändern, setzt Wiegele weiterhin auf persönliche Beziehungen und langfristige Bindungen.
Am 18. und 19. September bietet sich Gelegenheit, diese 140-jährige Geschichte dort zu erleben, wo sie heute weitergeschrieben wird. KundInnen, UnternehmerInnen, GeschäftspartnerInnen, WegbegleiterInnen und alle, die einen Blick hinter die Kulissen werfen möchten, sind eingeladen, mitzufeiern.
Denn „La Famiglia“ besteht bei Wiegele längst nicht mehr nur aus einer Familie – sondern aus vielen Menschen, die das Unternehmen seit Generationen in Bewegung halten.
Handwerksstraße 20
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